Seehofers junge Garde
Seehofer setzt auf Verjüngung

Mit einer stark verjüngten Mannschaft will der neue bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer ein Aufbruchssignal für die CSU und die im kommenden Jahr anstehenden Wahlen setzen. Sein Nachfolger als Bundeslandwirtschaftsminister wird die 43-jährige Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner, CSU-Generalsekretär der erst 36 Jahre alte Karl-Theodor zu Guttenberg. Mehrere Überraschungen gab es bei der Ernennung des bayerischen Kabinetts

BERLIN. Dem neuen bayerischen Kabinett gehört kein CSU-Minister über 60 Jahren mehr an. Bis zuletzt hatten Landtagsfraktion und die CSU-Landesgruppe im Bundestag um die zu besetzenden Posten gerungen. Auch mit Blick auf den Regionalproporz war es in letzter Minute noch zu Änderungen an dem von Seehofer favorisierten Personaltableau gekommen. Seehofer zeigte sich gestern aber mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden: „Wenn das kein Neuanfang ist, weiß ich nicht, was man noch machen soll.“

In der Riege derer, die bundespolitisch von sich Reden machen werden, sticht Markus Söder hervor, der Umwelt- und Gesundheitsminister wird. Diese Themen des „Lebensministers“ (Seehofer) verschaffen Söder eine breite Plattform für Auftritte außerhalb Bayerns. Gegen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gab es gestern schon giftige Pfeile: Der kümmere sich aufgrund seiner Herkunft nur um die Küstenregionen. Er, Söder, werde seinen Schwerpunkt auf die Alpen legen. Angriffe auf Ulla Schmidt, auch sie eine Lieblingsfeindin der CSU, werden nicht auf sich warten lassen.

Bundespolitisch wird auch Finanzminister Georg Fahrenschon von sich Reden machen. Das bayerische Finanzministerium war in der Vergangenheit, gerade auch unter Erwin Huber, immer wieder Ideenschmiede für bundesweite Vorstöße. Der 40jährige kennt das Geschäft der Hauptstadt aus seiner Zeit als finanzpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe. Donnerstagabend nahm er bereits am unionsinternen Spitzentreffen zur Reform der Erbschaftsteuer teil.

Auch Christine Haderthauer ist einem größeren Publikum bekannt. Vor einem Jahr war sie als CSU-Generalsekretärin erstmals ins Rampenlicht getreten, nach dem Wahldebakel sah es zunächst so aus, als sei ihre Blitzkarriere beendet. Nun wird sie Sozialministerin. Mit ihrer Berufung reagiert Seehofer auch darauf, dass die CSU bei den Wahlen die größten Verluste bei jungen Frauen erlitten hat.

Mit der neuen Aufstellung in Berlin und München hofft die CSU, gestärkt in die Europa- und Bundestagwahlen 2009 zu gehen. Auf dem Parteitag vergangenen Samstag hatte Seehofer die Messlatte für künftige Erfolge hoch gehängt. Mit „den richtigen Gesichtern und der richtigen Politik“ seien wieder Ergebnisse von 50 und 60 Prozent möglich.

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