Selbst der Finanzminister stimmt ein
Kapitalismus-Kritik in der SPD schwer angesagt

Nach dem SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering hat sich auch Bundesfinanzminister Eichel kritisch zu den deutschen Unternehmern geäußert.

HB BERLIN. "Eine Sache, die mir Sorgen macht ist, dass in der Wirtschaft zunehmend Kurzfrist-Denken eine Rolle spielt und nicht langfristige Unternehmens-Strategie", sagte Eichel am Montag vor einer Sitzung des SPD-Parteipräsidiums. "Das haben Sie gerade bei der Deutschen Börse gesehen und dem, was dort einige der Anteilseigner tun".

Eichel reagierte auf die Frage, was er von den Aussagen von SPD-Chef Franz Müntefering zum Kapitalismus und dem Verhalten der Wirtschaft halte. Müntefering hatte seine Kritik am Wochenende mit dem Hinweis verschärft, manche Investoren fielen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her.

Ein Sprecher der Bundesregierung versicherte in Berlin, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (beide SPD) teilten die Kritik Münteferings. Der Kanzler gehe davon aus, "dass die Macht des Kapitals auch Verantwortung bedeutet". Nach den Agenda-Beschlüssen sollte die Wirtschaft ihr Gerede über Firmenverlagerungen ins Ausland einstellen. Clement verlange von den Unternehmen dabei zudem einen "Schuss modernen Patriotismus."

Mit Unverständnis reagierte dagegen der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber auf Müntefering. Dessen Äußerungen schadeten Deutschland im Ausland, insbesondere in der Ländern der Europäischen Union. "Wer solche Kritik äußert, müsste eigentlich den Binnenmarkt schließen und die nationalen Grenzen wieder hochziehen."

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