Selbstmord von al-Bakr

Terrorverdächtiger erhängte sich mit T-Shirt

Der unter Terrorverdacht festgenommene Syrer Dschaber al-Bakr ist tot. Er wurde erhängt in seiner Leipziger Zelle aufgefunden – trotz besonderer Beobachtung. Politiker sprechen von einem Fiasko für die sächsische Justiz.
Update: 13.10.2016 - 11:27 Uhr 13 Kommentare

„Zählt man alle Umstände zusammen, gab es Suizidanzeichen."

„Zählt man alle Umstände zusammen, gab es Suizidanzeichen."

Leipzig/BerlinDie Selbsttötung des terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr in einem Leipziger Gefängnis hätte aus Sicht des sächsischen Justizministers Sebastian Gemkow (CDU) nicht geschehen dürfen. „Das hätte nicht passieren dürfen. Es ist aber leider geschehen“, sagte Gemkow am Donnerstag in Dresden. Al-Bakr habe sich mit seinem T-Shirt an einem Zwischengitter seiner Zelle stranguliert. Die Leiche des 22-jährigen werde derzeit obduziert.

Nach jetzigem Stand habe man alles getan, um einen Suizid zu verhindern, beteuerte der CDU-Politiker. Die Experten hätten am Mittwoch keine akute Selbstmordgefahr festgestellt. Eine Vollzugsbeamtin habe dann aber am Mittwochabend gegen 19.45 Uhr bei einer Kontrolle festgestellt, dass sich Al-Bakr selbst getötet habe.

Der Leiter der Justizvollzugsanstalt, Rolf Jacob, sagte, Al-Bakr sei in seiner Gefängniszelle zunächst alle 15 Minuten kontrolliert worden. Am Mittwochnachmittag sei dann aber eine Runde von Experten und Psychologen zu dem Ergebnis gekommen, dass man die Kontrollen in einem Zeitabstand von 30 Minuten machen könne. Dennoch habe eine Justizbedienstete laut des Anstaltsleiters Rolf Jacob rund 15 Minuten nach der vorherigen Kontrolle den leblosen Körper al-Bakrs gefunden.

In der Leipziger Haftanstalt seien auch früher Selbsttötungen vorgekommen, sagte der JVA-Chef. Den Terrorverdächtigen in einem besonders geschützten Haftraum unterzubringen, sei aber nicht für notwendig gehalten worden, weil keine akute Suizidgefahr vorgelegen habe.

Jacob erläuterte weiter, Al-Bakr habe am Dienstag eine abgerissene Deckenlampe in seiner Zelle gemeldet. „Man hat das als Vandalismus eingestuft.“ Im Sinne einer Suizidgefährdung sei das nicht gedeutet worden. Später sei bemerkt worden, dass auch eine Steckdose manipuliert gewesen sei. Doch auch daraufhin seien die Sicherheitsmaßnahmen nicht verstärkt worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat eine schnelle und umfassende Aufklärung gefordert. Was in der Nacht in Leipzig passiert sei, verlange danach, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Innenpolitiker des Bundestags drangen auf eine schonungslose Fehleranalyse der Behörden. Man müsse jetzt genau schauen, wer die Verantwortung für dieses „Fiasko“ der sächsischen Justiz trage, sagte der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz im Deutschlandfunk. Der Pflichtverteidiger Al-Bakrs sprach von einem „Justizskandal“.

Der Bundesinnenminister sagte, die Ermittlungen zu dem mutmaßlich durch den anerkannten Flüchtling geplanten Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen würden dadurch erschwert. Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sprach von einer „Tragödie“. Da Al-Bakr ja wohl bereit gewesen sei auszusagen, verliere man „eine wichtige Informationsquelle“. Es gebe viele offene Fragen, „um die Sicherheit in unserem Land zu gewährleisten“. Die Verantwortlichen in Sachsen müssten nun Fehler eingestehen. Er gehe aber davon aus, dass es am Ende wieder heißen werde, man habe alles richtig gemacht. Notz sagte, in der kommenden Woche werde sich auch der Innenausschuss des Bundestages mit den Hintergründen des Falles befassen.

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13 Kommentare zu "Selbstmord von al-Bakr: Terrorverdächtiger erhängte sich mit T-Shirt"

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  • @Herr Peter Delli
    Ja, dass CETA kommt war doch klar. Wenn jemand ernsthaft geglaubt hätte, hier könnte was anderes rauskommen, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
    Gerichte sollen ja unparteiisch sein.

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

    Ich will ja nicht unken, aber da brauchts gar keine ehemaligen aus VoPo und Stasi.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

    Deutschland ist mittlerweile in der EU so isoliert, wie zu Beginn der europäischen Idee. Wenn sie so weiter macht, sind wir wieder so gehaßt wie nach dem 2. WK, aber vielleicht ist das ja auch so gewollt.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Zwei Aussagen zum Vorfall in Sachsen:

    1. Ich weine diesem völlig durchgeknallten IS-Terroristen keine Träne nach, denn diesen Unmenschen hätte das Schicksal möglicher Opfer und deren Hinterbliebenen durch seinen Terroranschlag auch nicht interessiert;

    2. Es ist schon verwunderlich, dass die großen Ermittlungspannen und deren Folgeerscheinungen in den letzten Jahren insbesondere in Mitteldeutschland passieren. Denken wir an die katastrophalen Ermittlungen im NSU-Skandal und jetzt die zunächst vermasselte Festnahme und dann der Selbstmord des Terroristen.

    Meine Vermutung ist, dass sich etliche ehemalige Volkspolizei- und Stasi-Mitarbeiter im Zuge der "Wende" in die neue Zeit und die neuen Polizei- und Ermittlungsbehörden ohne weitere Überprüfungen haben herüberretten können und versuchen den gemeinsamen Staat Bundesrepublik Deutschland von innen her zu zersetzen und zu diskreditieren. Bei der Stasi gab es da einen Begriff und der lautet: Diffusionspolitik (also Zersetzung; zu DDR-Zeiten von Regimekritikern).


  • sorry, ich hatte vollkommen die beiden Überwachungs-Kameras vergessen, mit denen man pot. Selbstmord-Attentäter -----STÄNDIG------- überwacht.

    BgH (Besonders gesicherter Haftraum, auch „B-Zelle“): In diesem in der Regel nur mit einer Matratze ausgestatteten Haftraum werden Gefangene untergebracht, die Gewalt gegen sich selbst oder andere ausüben, oder die akut suizidgefährdet sind.

    Oft sind die Wände und der Boden mit weichen, kissenartigen Stücken ausgestattet, damit kein Suizid verübt werden kann.

    Im BgH sind zudem Vorrichtungen angebracht, mit deren Hilfe der Gefangene fixiert werden kann.

    Außerdem befinden sich zumeist zwei Kameras in diesen Hafträumen, um eine ständige Beobachtung gewährleisten zu können und keinen „toten Winkel“ entstehen zu lassen.


  • @Herr Peter Delli
    Darüber hab ich noch nicht nachgedacht, aber durchaus eine Variante.

    Aber gerade wegen solcher Kommentare, auch damals nach Würzburg, nach dem Motto, warum musste man denn den armen Attentäter erschießen, deswegen bekommt die AfD Zulauf. Weil die Politiker viel zu weit weg vom normalen Menschen sind.
    Die Afd könnte verkünden, dass sie auf dem Mond einen neuen Staat gründen will, völlig egal. Es geht nicht darum, die AfD zu wählen, sondern die anderen abzuwählen.
    Ja, die AfD hat keine Lösungsvorschläge. Die heutigen Regierungsparteien (Rot-Schwarz) und Möchtegern-Regierungsparteien (Grün) haben auch keine Lösungen, haben den Mist aber ein gebrockt.

  • Das ganze ist doch getürkt. Und davon mal ganz abgesehen: Jeder anständige Staatsbürger sollte dabei helfen , Straftäter dingfest zu machen. Und jetzt kommen "Politiker" daher, und fordern gar das BVK für Syrer? Weil sie geholfen haben, ein Problem zu lösen, dass wir ohne sie gar nicht hätten?
    Unsere "Politiker" drehen immer mehr durch.

  • dass sich diese Politiker beim nächsten Terroristen die Aufgabe teilen.....
    Herr Leo Löwenstein@ Das führt zu Verwechslungen, in der Frage, wer der Terrorist ist.

  • Glauben denn die Politiker, die sich aufgeregt haben, dass dann dauernd jemand bei dem auf dem Schoß sitzt? Die VA-Angestellten haben da noch ein bisschen mehr zu tun.
    Ich bin dafür, dass sich diese Politiker beim nächsten Terroristen die Aufgabe teilen können und sich vor die Zelle setzen und ständig reinschauen, was er grad macht. Beispielsweise eine Katja Meier die studiert hat und dann? Bei den Grünen in der Fraktion rumgesandelt, von "richtiger" Arbeit keine Ahnung. Von solchen abgehobenen Politikern, denen die Realität verborgen bleibt, müssen sich hart arbeitende Menschen Vorwürfe machen lassen. Abscheulich.
    Ich bin mittlerweile dafür, dass man erst Abgeordneter werden darf, wenn man mindestens 5-10 Jahre im nicht öffentlichen Sektor gearbeitet hat. Dann kommt vielleicht mal die Erkenntnis, was wirklich da draussen los ist (aus Sicht der Politiker).
    Desweiteren, hätte man diesen eingereisten Facharbeiter (Spezialwissen Sprengstoffkunde) so untergebracht, dass er sich selbst hätte nichts antun können, wären dich die Grünen, die ersten auf der Matte gewesen, dass dies menschunwürdig sei, Verstoß gegen die Menschenwürde etc.
    Sofern es sein Wille war, kann man es nicht wirklich verhindern, ist so. Es gibt früher oder später immer eine Gelegenheit dazu.

  • Noch weiß niemand, wie das passieren konnte, aber alle wichtigen und weniger wichtigen "Persönlichkeiten" twittern fleissig. Die Texte sind meist so sinnreich wie "bla-bla-bla". Vielleicht sollte man sich mit Beurteilungen zurückhalten, bis man etwas genaues weiß?

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