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25.02.2005 
Gesundheitsreform zeigt Wirkung

Seltenere Arztbesuche entlasten Kassen

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geht davon aus, dass die Arzneiausgaben der gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr stabil bleiben. Kassen, Ärzte und Apotheker trügen dafür die Verantwortung, sagte Schmidt. 2004 waren nach Apothekerangaben die Kassenausgaben für Medikamente als Folge der Gesundheitsreform um 2,5 Milliarden Euro gesunken.

HB BERLIN. Apotheker und Krankenkassen äußerten sich leicht skeptisch, ob das niedrigere Ausgabenniveau gehalten werden könne. Auf eine Größenordnung für etwaige Steigerungen legten sie sich jedoch nicht fest. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) lagen die Arzneiausgaben der Kassen im Januar 2005 mit 1,7 Milliarden Euro im Trend der durchschnittlichen Monatsausgaben im Vorjahr. Hauptgründe für den Ausgabenrückgang in 2004 waren seltenere Arztbesuche der Patienten wegen der Praxisgebühr, die Streichung vieler rezeptfreier Mittel aus dem Leistungskatalog sowie vorübergehend erhöhte Rabatte der Hersteller für die Kassen.

Im direkten Vergleich zwischen Januar 2004 und Januar 2005 stiegen die Kassenausgaben für Arzneimittel um 29 Prozent. Jedoch lassen sich die Daten nach Angaben des ABDA-Vorsitzenden Hermann Keller und von Frau Schmidt nicht vergleichen. Wegen der aus der Gesundheitsreform ab Januar 2004 drohenden Belastungen habe es im November und Dezember davor „Hamsterkäufe“ der Patienten im Wert von 600 Millionen Euro gegeben. Im Januar 2003 hatten die Medizinausgaben der Kassen noch 1,9 Milliarden Euro gegenüber jetzt 1,7 Milliarden Euro betragen.

Der Vorsitzende des Betriebskrankenkassen-Verbandes, Wolfgang Schmeinck, nannte das Ziel stabiler Ausgaben im laufenden Jahr „anspruchsvoll“ und „knapp erreichbar“. Es könne aber „einen Durchhänger“ geben, warnte er. Als positiv bewertete er, dass die Pharmaunternehmen ihre Preise nicht angehoben hätten. Damit sei die für Januar 2005 befürchtete Kostenexplosion ausgeblieben.

Die Barmer Ersatzkasse als größte deutsche Krankenkasse will steigenden Arzneiausgaben mit ihrem Hausarzt- und Hausapothekenmodell begegnen, das am 1. März in Kraft treten soll. Die Barmer machte im vergangenen Jahr einen Überschuss von 600 Millionen Euro, nach Verrechnung eines Defizits.

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