Separate Tarifabschlüsse möglich
Ärztegewerkschaft will keine weiteren Zugeständnisse mehr machen

Nach den neuerlich ergebnislos beendeten Tarifgesprächen für die Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern hat sich die Lage am Mittwoch weiter verschärft.

BERLIN. Der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB), Frank-Ulrich Montgomery, erklärte erstmals seine Bereitschaft, auch mit einzelnen Ländern einen separaten Tarifabschluss zu vereinbaren, sollte sich die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) bei dem für heute angesetzten Spitzentreffen in Dresden nicht bewegen.

Er reagierte damit auf die ergebnislos abgebrochenen Verhandlungsrunde am Dienstagabend. Bei dem auf Drängen des Verhandlungsführers der Länder, Hartmut Möllring (CDU), für heute vereinbarten Spitzentreffen soll es einen letzten Einigungsversuch geben, bevor die Gewerkschaft ihre Streiks ab kommenden Montag weiter ausweitet.

„Ich habe zwar grundsätzlich kein Interesse an Tarifabschlüssen mit einzelnen Ländern, da dies nur die Verhandlungen mit der Rest-TdL erschweren würde,“ sagte Montgomery dem Handelsblatt. Auf der anderen Seite erkenne er in Ländern wie Bayern und Baden-Württemberg die Bereitschaft, schnell zu einem Abschluss zu kommen. „Dort werden uns Angebote gemacht, die meinen Arztkollegen das Wasser im Mundes zusammenlaufen lassen.“ Sollten diese Länder bereit sein, separat abzuschließen, könne der Marburger Bund sich dem schon mit Rücksicht auf die dortigen Ärzte kaum verschließen. Denn sie hätten bislang die Hauptlast des in die achte Woche gehenden Arbeitskampfes getragen.

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