Serben und Mazedonier
Friedrich will Asylmissbrauch stoppen

Bundesinnenminister Friedrich will den Zustrom von Serben und Mazedoniern nach Deutschland stoppen, denen er einen Missbrauch des Asylrechts vorwirft. Die Zahl der Bewerber aus den Ländern ist rasant gestiegen.

Berlin„Der zunehmende Asylmissbrauch ist nicht akzeptabel“, erklärte der CSU-Politiker am Freitag bei der Veröffentlichung der Asylanträge, die im September um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vormonat zunahmen.

Vor allem die Zahl der Bewerber aus Serbien und Mazedonien stieg sprunghaft an: Im September beantragten fast drei Mal so viele Serben wie noch im August Asyl in Deutschland, ihre Zahl erhöhte sich von 496 auf 1395. Die Zahl der mazedonischen Bewerber nahm um etwa 70 Prozent auf 1.040 zu. Die Bewerber aus den beiden Balkanstaaten stellten damit fast ein Drittel der insgesamt knapp 6.700 Erstantragsteller, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im September verzeichnete. Von den knapp 1.800 Folgeanträgen kamen gut 75 Prozent von Serben und Mazedoniern.

„Der massive Zustrom serbischer und mazedonischer Staatsbürger muss unverzüglich gestoppt werden“, erklärte Friedrich. Dazu müsse die Europäische Union (EU) die Visumfreiheit für diese Länder schnellstmöglich aussetzen können. Deutschland habe daher wie auch andere Partner-Staaten die zuständige EU-Kommissarin Cecilia Malmström und die zyprische EU-Präsidentschaft dringend gebeten, die seit 2010 laufenden Arbeiten zur Änderung der Visumsordnung endlich zum Abschluss zu bringen.

Fast alle Asylanträge von Serben und Mazedoniern werden abgelehnt: Im September entschied das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über insgesamt knapp 3.900 Asylanträge, von denen 44 anerkannt wurden. 531 weitere Antragsteller erhielten eine Duldung. Unter den anerkannten oder geduldeten Flüchtlingen war kein einziger Serbe oder Mazedonier. Die Gesamtzahl der Asylanträge stieg im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um über 60 Prozent. Der Trend setzte sich im Oktober fort. Vom 1. bis 10. Oktober seien knapp 3750 Asylanträge gestellt worden, berichtete die „Bild“-Zeitung. 49 Prozent der Bewerber stammten aus Serbien oder Mazedonien.

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Aussetzen der Visumsfreiheit gefordert

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