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Sexismus-Debatte: Brüderle verweigert Reporterin öffentliche Entschuldigung

FDP-Chef Brüderle ist am Mittwoch erstmals nach Aufkommen der Sexismus-Debatte wieder auf die Journalistin Laura Himmelreich getroffen. Brüderle wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.

Rainer Brüderle (links) traf erstmals wieder auf die  stern-Redakteurin Laura Himmelreich (recht). Das Foto zeigt die beiden bei einem früheren Unternehmensbesuch am 10.01.2013. Quelle: dpa
Rainer Brüderle (links) traf erstmals wieder auf die stern-Redakteurin Laura Himmelreich (recht). Das Foto zeigt die beiden bei einem früheren Unternehmensbesuch am 10.01.2013. Quelle: dpa

BerlinDer mit Sexismus-Vorwürfen konfrontierte FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle will sich nicht bei der „Stern“-Journalistin Laura Himmelreich entschuldigen. Auch eine öffentliche Klarstellung vermied er. „Ich habe mich bisher nicht zu dem Thema geäußert und werde das auch nicht tun. Ich bitte einfach, meine persönliche Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen“, sagte Brüderle am Mittwoch bei einem Pressetermin in Berlin, an dem auch Himmelreich teilnahm. Es war die von Medien mit Spannung erwartete erste Begegnung der beiden, seit die Reporterin in einem Artikel über anzügliche Äußerungen des Politikers ihr gegenüber berichtet hatte.

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Der 67-jährige Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion nahm aber erstmals zur heftig geführten gesellschaftlichen Diskussion zu dem Thema Stellung. „Sexismus ist eine Debatte, die läuft, die eine gesellschaftliche Relevanz hat“, sagte Brüderle. In einer Demokratie sei das ein „objektives, legitimes Phänomen“.

Sexismus-Debatte in Deutschland

Mehr als 80 Journalisten, mehrere Kamerateams und Fotografen verfolgten den Auftritt von Brüderle und Himmelreich. Die 29-Jährige, die unter anderem in Begleitung eines „Stern“-Kollegen erschien, saß während des üblichen Pressefrühstücks des Politikers auf einem Stuhl im Hintergrund, machte sich Notizen und stellte keine Fragen.

Die SPD, die sich im Fall Brüderle bisher zurückhielt, erhöhte nun den Druck und verlangte eine öffentliche Erklärung. „Herr Brüderle muss die Vorwürfe klarstellen, er muss sich endlich erklären“, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles „Spiegel Online“. „Wenn alles wirklich so passiert ist, wie beschrieben, hat Herr Brüderle eine deutliche Grenze überschritten.“

Wer bei sexueller Belästigung hilft

  • AGG

    Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) soll Menschen schützen, die aufgrund der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion oder Weltanschauung, aufgrund einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität Benachteiligungen erfahren. Es schafft die rechtliche Grundlage, wonach Diskriminierung verboten ist.
    Hauptsächliche Anwendung findet das AGG in der Arbeitswelt. Das bezieht beispielsweise Auswahlkriterien bei Bewerbungsverfahren, berufliche Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Höhe der Arbeitsvergütung mit ein. Darüber hinaus gilt das Gesetz auch für Situationen im Alltag, in denen Diskriminierung stattfinden kann, beispielsweise bei Einkäufen, Gaststätten- oder Diskothekenbesuchen, sowie bei Rechts-, Versicherungs- und Bankgeschäften.

  • Antidiskriminierungsstelle

    Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 eingerichtet, nachdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten war.

    Zu den Aufgaben der ADS zählt:
    •über Ansprüche zu informieren
    •Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens zum Schutz vor Benachteiligungen aufzuzeigen
    •Beratungen durch andere Stellen zu vermitteln
    •eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten anzustreben.

    Außerdem macht die ADS Öffentlichkeitsarbeit, führt wissenschaftliche Untersuchungen durch und schreibt Berichte an den Deutschen Bundestag, die einen Überblick über Benachteiligungen geben und Empfehlungen beinhalten.

  • Hilfe

    Wer Opfer von Diskriminierung geworden ist, kann den Fall bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter der Hotline 030 / 18 555 / 1865 oder per Kontaktformular melden.

  • Diversity

    Diversity-Management ist ein Konzept, das die Vielfalt der Belegschaft berücksichtigt (z.B. Geschlecht, Alter, Behinderung, Ethnie, Religion, sexuelle Orientierung, Lebensstil, biografischer Background), sie explizit fördert und wertschätzt.

Die FDP habe massive Defizite in Sachen Gleichstellung und die wenigsten weiblichen Abgeordneten im Bundestag. „Die FDP hat ein Frauenproblem“, sagte Nahles. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, meinte: „Ich glaube, dass Herr Brüderle gut beraten wäre, wenn er sich zu dem Thema äußern würde.“

In den eigenen Reihen wird Brüderle rückhaltlos unterstützt. FDP-Chef Philipp Rösler bewertete die Sexismus-Vorwürfe gegen den Spitzenkandidaten Brüderle als Kampagne gegen die gesamte Partei. Im „Stern“ war in der Vorwoche ein Porträt erschienen, in dem Himmelreich eine Begegnung mit Brüderle vor über einem Jahr an einer Hotelbar schildert. Brüderle sei dabei mit anzüglichen Bemerkungen aufgefallen.

Sexismus im Alltag Die Straße gehört den Männern

Eine junge Frau in Brüssel hat gefilmt, was Frauen passiert, sobald sie die Haustür hinter sich schließen. Nun debattieren Belgien und Frankreich über sexuelle Übergriffe - und Rassismus.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen begrüßte die aktuelle Debatte über Sexismus. „Die starke Reaktion in der Öffentlichkeit zeigt, dass ein Nerv getroffen wurde“, sagte die CDU-Politikerin der „Welt“. Viele Frauen hätten Belästigungen erlebt und äußerten dies nun auch. „Besonders schlimm sind Übergriffe, die in einem Abhängigkeitsverhältnis stattfinden“, so von der Leyen.

„Das Gute an dieser Debatte ist doch, dass das Bewusstsein für die roten Linien geschärft wird.“

  • 08.02.2013, 12:54 UhrWahrlichichsageEuch

    @hafnersp:
    Das sind die richtigen Fragen für das "Affärchen"!

  • 08.02.2013, 12:52 UhrWahrlichichsageEuch

    @RGS55:
    Was Sie nur für ein erbärmlicher Schleimer. Durch und durch politisch korrekt und zu eigenem Denken folglich nicht mehr fähig.

  • 05.02.2013, 10:29 UhrLutzHuth

    Sexismus-Vorwürfe gegen Brüderle:

    Warum gerade Brüderle und warum gerade jetzt, nach über einem Jahr, der mit diesen im Grunde genommenen lächerlichen Anschuldigungen überzogen wird. "Schuld" an der ganzen Misere ist zum einen Westerwelle und zum anderen der Wahlerfolg der FDP bei den niedersächsischen Landtagswahlen.

    Westerwelle, der die Stirn besaß Deutschland nicht an der imperialistischen Aggression der Nato gegen Gaddafi zu beteiligen, hatte es sich damit mit den entscheidenden globalen Eliten verscherzt und wurde von deren Einheitsmedien mit der ihnen ureigensten Hetze überzogen. Diese massive Hetzjagd auf Weserwelle und der FDP bewirkte Verlusten bei drei Landtagswahlen, so daß Westerwelle auf dem Parteitag vom 13. Mai 2011 auf eine erneute Kandidatur als Parteivorsitzender verzichte. Der Außenminister Westerwelle wurde degradiert und tritt seitdem nur noch als Speichellecker mit devoten Ergebenheitsadressen an die westlichen Verbündeten in Erscheinung.

    Der jüngste Wahlerfolg der FDP in Niedersachsen am 20. Januar 2013 mit fast zehn Prozent der Stimmen war eine böse Überraschung. Plötzlich drohte die FDP, erneut in der Wählergunst aufzusteigen und eine echte Volkspartei zu werden. Rainer Brüderle, gerade zum Spitzenkandidaten für die bevorstehende Bundestagswahl gekürt, mußte sofort demontiert werden, So fiel der Stern-Reporterin Laura Himmelreich, welch ein unverhofftes Glück, noch rechtzeitig ein, von eben jenem Brüderle vor einem Jahr sexuell "belästigt" worden zu sein, nur weil er der Meinung war, daß sie mit ihren Titten ein Dirndl gut auskleiden könne.

    Lutz Huth
    Hannover

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