Sexismus-Debatte im Netz: Der #Aufschrei geht weiter

Sexismus-Debatte im Netz
Der #Aufschrei geht weiter

Im Internet formiert sich nach den Vorwürfen gegen Rainer Brüderle weiter Protest gegen Sexismus im Alltag. In einem Blog schildern Hunderte Nutzer ihre Erfahrungen: Wenn der Kollege mit dem „besten Stück“ droht.
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DüsseldorfWer geglaubt hat, dass die Debatte um Sexismus im Alltag nichts als ein Strohfeuer ist, hat sich geirrt. Mehr als vier Tage nachdem erste Twitter-Nutzerinnen ihre Erfahrungen mit sexistischen Vorfällen im Alltag schilderten, ist der „Aufschrei“ noch lange nicht verhallt.

Nach dem Wochenende und Günther Jauchs Talkshow in der ARD, die sich mit der Sexismus-Diskussion beschäftigte, ist das Thema auch im Internet wieder hochgekocht. Die 25-jährige Studentin Nicole von Horst, die unter ihrem Namen @vonhorst am Donnerstag den ersten Tweet zum Thema veröffentlichte, hat inzwischen den Blog „Aufschreien gegen Sexismus” eingerichtet.

Die Möglichkeit, sich ohne 140-Zeichen-Begrenzung über das Thema auszutauschen, kommt offenbar gut an: Am Montagvormittag zählte die Plattform weit über 600 Einträge. Die Erfahrungsberichte im Blog reichen von der unangenehmen Annäherung des Vorgesetzten auf der Arbeit bis hin zum Missbrauch durch den eigenen Vater, von dem Nutzerin „Marita” berichtet. Eine andere Frau beschwert sich unter dem Pseudonym „Dine“ über den Angestellten im Handwerksbereich, „der über mein Unterarmtattoo mit der Hand streicht und fragt ‚Wofür steht das denn?‘“.

#aufschrei bei Twitter

Tanja“ bezeichnet einen ehemaligen Kollegen als „ekelhaften Typ“, der ihr eines Tages in der Küche drohte, „gleich sein bestes Stück aus seiner Hose zu holen“. Nutzerin „Julia“ berichtet gleich von mehreren Vorfällen, die sie erst jetzt nach dem Aufschrei gegen Sexismus ernst nimmt. Dazu zählt „die fremde Hand, die im Whirlpool anfing, mich anzutatschen.“

Besonders erschreckend ist, dass viele Frauen schon in jungen Jahren mit Sexismus konfrontiert wurden, was sie zum Teil über Jahre hinweg geprägt hat. Aber längst nicht nur Frauen machen ihrem Ärger in dem Blog Luft, auch Männer melden sich zu Wort. „David” etwa bedankt sich für die Plattform, „sehr gut, dass ihr das macht“, und ergänzt, dass viele Vorfälle zwar nicht ihm, dafür aber seinen „allernächsten Angehörigen“ passiert sind.

Und auch die Twitter-Nutzer beschäftigt die Sexismus-Debatte weiter. Am Montag fand sich der Hashtag #Aufschrei wieder unter den meistdiskutiertesten Twitter-Themen in Deutschland. Unter anderem macht die Bildergalerie„Rainer Brüderle looking at girls“ die Runde, die den FDP-Politiker mit verschiedenen Frauen zeigt.

Für @JohannesFinke hat sich durch die seit Tagen laufende Debatte schon etwas geändert: „Mann wird sich nicht mehr verstecken und entschuldigen können. Frau nicht mehr müssen. Danke #Aufschrei“.  Nutzer @soft_coeur reichen Berichte von Betroffenen dagegen nicht aus, um etwas zu verändern: „Wird mal Zeit für Handlungen“, fordert er kritisch.

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Kommentare zu " Sexismus-Debatte im Netz: Der #Aufschrei geht weiter"

Alle Kommentare
  • Die sind Frauen, die trotz ihres Alters nicht aufgewachsen sind. So vereint sind sie in ihrem Hass gegen Männer, daß sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das anderer verderben, sogar zerstören.

  • Richtig!

    Viele Frauen benutzen die sexuellen Reize, um sich einen reichen Mann zu angeln, damit sie nicht mehr arbeiten müssen.

    Vielleicht sollte man das mal thematisieren!

  • Dann sollten wir mal auch über Frauen im Alltag reden, die ihre männlichen Kollegen mit ihrer anzüglichen Kleidungen und Einblicken provozieren und sexuell belästigen. Über Frauen reden, die ihr Geschlecht nutzen beruflich weiterzukommen. Die auf Männerfang gehen, um ihn später hangenzulassen. Wie kommst es, daß wir über solche Fälle in den Männer als Opfer dastehen nicht reden? so viel zum Thema Aufschrei!

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