Sexismus-Debatte
Tauber erhält Rückhalt aus der Frauen-Union

Überraschende Unterstützung für den CDU-Generalsekretär: Eine Kreisvorsitzende der Frauen-Union verteidigt ihn in der Sexismus-Debatte. Gleichzeitig muss sich Peter Tauber neue Vorwürfe gefallen lassen.

BerlinDie Sexismus-Debatte in der CDU zieht immer größere Kreise. Mitten drin scheint immer Generalsekretär Peter Tauber zu stecken. Nun erhält der 42-Jährige Unterstützung - ausgerechnet aus der Frauen-Union. „Den Sexismus-Vorwürfen begegne ich entspannt und finde die ganze Aufregung überzogen“, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Frauen-Union Main-Kinzig, Katja Leikert, dem Handelsblatt. Sie persönlich arbeite als Kreischefin der Frauen-Union mit Tauber in dessen Heimatwahlkreis „gut zusammen und erfahre ehrliche Unterstützung“. 

Leikert reagiert damit auf Berichte, wonach Tauber im Jahr 2012 als CDU-Vorsitzender im Main-Kinzig-Kreis anzügliche Äußerungen von Parteifreunden duldete, deren Ziel auch sie gewesen sein soll. Das legt ein Mailverkehr nahe, über den die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Tauber bat demnach damals fünf männliche Parteifreunde bei der Neubesetzung des Postens der Vorsitzenden der Frauen-Union Main-Kinzig um Rat. In Antworten auf seine Mail wird eine mögliche Kandidatin als „pseudoengagiert“ bezeichnet, einer anderen wird bescheinigt: „Rein optisch wäre sie ein Gewinn.“ Woraufhin Tauber schreibt: „Kläre das mit Katja (Leikert)“. Sie sei „eine junge Frau, die super passen würde“.

Leikert, die selbst Opfer sexistischen Verhaltens in der Partei geworden sein soll, erklärt, Tauber habe sie auch im Kommunalwahlkampf unterstützt, den sie als Spitzenkandidatin angeführt hatte. „Er hat meine thematische Schwerpunktsetzung „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ unterstützt. Auch als Kreistagskollege begleitet er meine aktuellen Anträge zur Nachmittagsbetreuung an Grundschulen und Erhöhung der HPV-Impfraten“, sagte sie dem Handelsblatt.

Von der früheren Geschäftsführerin in seinem Heimatwahlkreis muss Tauber sich unterdessen neue Vorwürfe gefallen lassen. Anne Höhne-Weigl beklagt, ihr damaliger Chef habe nicht nur das bereits bekannt gewordene Papier „Pflegehinweise für das Kaninchen“ verfasst, eine Art Mobbingplan. Er soll sie auch persönlich gemobbt haben.

Ein Mitarbeiter Taubers habe damals „dienstliche und private Telefongespräche von mir mitgehört“ und den Inhalt an Tauber weitergeleitet, sagte Höhne-Weil der „Süddeutschen Zeitung“. Für den damaligen Kreisvorsitzenden Tauber sei außerdem festgehalten worden, „ob ich lächle, wie ich telefoniere (in welchem Ton) und ob ich die Rollos der Fenster auch schließe“.

Bereits seit der Erstellung des ominösen Mobbingplanes im Jahr 2006 habe der CDU-Generalsekretär Tauber davon gewusst, sich Höhne-Weigl gegenüber aber nie davon distanziert. Stattdessen habe er geschwiegen und „das Programm in seiner Zeit als Vorsitzender selbst umgesetzt und mich gemobbt“.

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Tauber am Mobbingplan beteiligt?

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