Sexismus-Vorwurf: Brüderle sieht sich als Opfer einer Kampagne

Sexismus-Vorwurf
Brüderle sieht sich als Opfer einer Kampagne

Rainer Brüderle äußert sich erstmals ausführlich zu den Sexismus-Vorwürfen. Er wirft dem „Stern“ einen „Frontalangriff auf die FDP und ihn als Spitzenkandidaten“ vor. Ganz nebenbei trommelt er für sein Buch.
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BerlinDer frühere FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle will sich gut ein halbes Jahr nach dem Desaster seiner Partei bei der Bundestagswahl wieder in die Politik einmischen. Er strebe zwar kein Amt und kein Mandat mehr an. „Ich bleibe aber ein sehr freier Freidemokrat“, sagte der 68-Jährige am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung seines neuen Buches „Rainer Brüderle - jetzt rede ich!“.

Der neue Parteichef Christian Lindner habe positiv auf diese Pläne reagiert. Es würden liberale Marktwirtschaftler wie er fehlen, zitierte Brüderle Lindner. Die FDP war bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 mit Brüderle als Spitzenkandidaten erstmals seit 1949 aus dem Bundestag geflogen. Nach seiner Einschätzung sei der neue Bundesvorsitzende nun auf einem guten Weg, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen, sagte Brüderle.

Er unterstrich erneut, dass der „stern“ gegen ihn eine Kampagne gefahren habe, als er Spitzenkandidat wurde. Die „stern“-Reporterin Laura Himmelreich hatte Anfang 2013 mit einem Porträt über Brüderle eine Sexismus-Debatte in Deutschland ausgelöst. Sie schilderte damals, wie sich Brüderle ihr gegenüber etwa ein Jahr zuvor anzüglich geäußert habe („Sie können ein Dirndl auch ausfüllen“).

Brüderle betonte jetzt: „Ich fühle mich nicht als Opfer, aber unfair behandelt.“ Das Buch - ein Gesprächsbändchen mit dem Journalisten Hugo Müller-Vogg - habe er jedenfalls nicht nur wegen des „stern“-Artikels verfasst. Linke-Fraktionschef Gregor Gysi stellte das Buch vor, auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder war da.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Brüderle sieht sich als Opfer einer Kampagne
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    Was denn sonst?
    Wenn sein "Verstoß" erst über ein Jahr später thematisiert wird, muss man doch davon ausgehen, dass es sich um eine Kampagne handelt!

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