Shell-Jugendstudie
Jugendliche haben Angst und wollen etwas leisten

Immer mehr Jugendliche in Deutschland sehen in guter Bildung und Ausbildung den Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Sie sind leistungsbereit und zielorientiert, haben aber auch zunehmend Angst vor der Zukunft.

dpa / kok BERLIN. Das geht aus der jüngsten Shell-Jugendstudie hervor, die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) am gestrigen Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. Ein Forscherteam um den Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann hatte im Auftrag des Mineralölunternehmens rund 2 500 Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren nach ihren Lebenschancen befragt.

Die jungen Deutschen betrachten gute Bildung demnach als unentbehrlich. Zugleich sehen sie heute misstrauischer in die Zukunft als noch bei der letzten Befragung vor vier Jahren. So haben heute 69 Prozent der Jugendlichen Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder keine passende Anstellung zu finden, gegenüber 55 Prozent im Jahre 2002. Auch die Zahl der jungen Leute, die sich vor Armut fürchten, ist gestiegen – von 62 auf 66 Prozent.

Auf den gewachsenen Druck reagieren die Jugendlichen nach Ansicht der Sozialforscher pragmatisch: Sie sind leistungsbereiter und zielorientierter geworden – allerdings blicken etwa Hauptschüler mit deutlich geringerem Optimismus in die Zukunft als Gymnasiasten. Hierin sehen die Wissenschaftler einen erneuten Beleg für den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungs- und Zukunftschancen. „Die schlecht Positionierten trifft es am härtesten“, erläutert Hurrelmann.

Auch die Bildungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen nehmen der Studie zufolge weiter zu: „Die Mädchen drehen am Leistungsrad“, erklärte Forscher Hurrelmann. 47 Prozent der Mädchen würden ins Gymnasium gehen, aber nur 40 Prozent der Jungen.

Jugendliche in Ostdeutschland sehen sich eher sozial benachteiligt als ihre Altersgenossen im Westen. Alles in allem hat sich die Jugend aber mit dem gesellschaftlichen System abgefunden: Nicht mehr ideologische Konzepte und Utopien prägen die Jugendlichen, sondern das Bedürfnis nach persönlicher Befriedigung.

Seite 1:

Jugendliche haben Angst und wollen etwas leisten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%