Sicherheit
Schäuble warnt vor Terror-Angriffen auf Computersysteme

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die deutsche Wirtschaft aufgefordert, sich gegen terroristische Attacken auf ihre Computersysteme zu rüsten. Um die Auswirkungen solcher Hacker-Angriffe zu illustrieren, bemühte der Minister krasse Vergleiche.

HB BERLIN. Die Bedrohung durch massive Angriffe auf die Informationssysteme sei heute größer als die Gefahr eines Atomangriffs zu Zeiten des Kalten Krieges, warnte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Große Teile der Wirtschaft unterschätzten dieses Risiko jedoch und kümmerten sich nicht ausreichend um Schutzmaßnahmen.

Schäuble untermauerte seine Warnung mit einer Aussage des Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Dieser habe ihm gesagt, dass ein Angriff auf das Rechenzentrum seiner Bank ein Vielfaches des Schadens anrichten würde, der beim Anschlag auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 entstanden war. Dies zeige, wie anfällig die vernetzte Welt bei Attacken auf ihre Informationssysteme sei.

Nach Angaben von Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm wird die deutsche Wirtschaft zunehmend ausspioniert. Das Bundesamt für Verfassungsschutz werde seine „Bemühungen im Bereich des Wirtschaftsschutzes“ verstärken, sagte Fromm.

Es gebe zunehmend ein Interesse anderer Staaten, Informationen aus der deutschen Wirtschaft auf illegale Weise zu beschaffen.

Schäuble erneuerte seine Warnung vor Anschlägen mit sogenannten schmutzigen Bomben. Solch ein Attentat könne den 1000-fachen Schaden der Anschläge vom 11. September auslösen, sagte der CDU-Politiker.

Eine reguläre Atombombe könne die Extremistenorganisation El Kaida nicht bauen, eine schmutzige Bombe dagegen sei einfacher herzustellen. Als schmutzige Bombe werden herkömmliche Sprengsätze bezeichnet, die mit strahlendem Material wie Atomabfällen versetzt sind.

Islamistische Terroristen sind nach Ansicht von Schäuble die größte Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands. Bisher sei es glücklicherweise nicht zu Anschlägen gekommen, sagte Schäuble bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2007 in Berlin.

Das liege an der guten Arbeit der deutschen Sicherheitsdienste, die geplante Anschläge vereitelt hätten. Es habe auch eine gute Kooperation mit Geheimdiensten anderer Staaten gegeben.

Als Gründe dafür, dass Deutschland nach wie vor im Fokus islamistischer Terroristen sei, nennt der Verfassungsschutzbericht das wachsende Engagement der Bundeswehr in Afghanistan und das Erstarken des Terrornetzes El Kaida.

Schäuble setzte sich erneut dafür ein, dass die Nachrichtendienste mehr Kompetenzen bei der Informationsbeschaffung bekommen. Dies sei eine Grundvoraussetzung für die Verhinderung von Anschlägen.

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