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Sicherheitsauflagen: Ältere Atomkraftwerke stehen vor dem vorzeitigen Aus

exklusiv Der Betrieb älterer Atomkraftwerke wird wegen steigender Sicherheitsauflagen unattraktiv für die Energieunternehmen. Darum sollen einige schon vorzeitig vom Netz genommen werden. Jüngere Atommeiler können dafür länger laufen.

Im Atomkraftwerk Biblis A bei Frankfurt könnten bald die Lichter ausgehen. Quelle: DAPD
Im Atomkraftwerk Biblis A bei Frankfurt könnten bald die Lichter ausgehen. Quelle: DAPD

DÜSSELDORF/BERLIN. Die deutschen Kernkraftwerke laufen möglicherweise deutlich über das Jahr 2035 hinaus. In den Konzernzentralen der Betreiber wird derzeit nachgerechnet, ob sich der Betrieb älterer Meiler noch lohnt, wenn die von der Bundesregierung angekündigten zusätzlichen Sicherheitsauflagen umgesetzt werden müssen. Aus Sicht der Betreiber dürfte es in einigen Fällen sinnvoller sein, die alten Meiler direkt stillzulegen – und die dort nicht verbrauchten Strommengen auf jüngere Meiler zu übertragen. Deren Laufzeitende würde dann entsprechend weiter nach hinten verschoben

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In Branchen- und Regierungskreisen heißt es übereinstimmend, die Möglichkeit der Übertragung der zusätzlichen Strommengen, die den Betreibern mit dem Ende 2010 ausgehandelten Kompromiss zur Laufzeitverlängerung zugeteilt wurden, sei unproblematisch. Auch die neuen Stromkontingente könnten ohne weiteres von älteren auf jüngere Meiler übertragen werden. Wer so verfahre und sich damit Ausgaben für zusätzliche Sicherheitstechnik einspare, handele ganz und gar gesetzeskonform. Es handele sich um eine „interessante Optimierungsvariante“, heißt es

Die Bundesregierung hatte im Herbst entschieden, die Laufzeiten der Kernkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern. Ältere Kernkraftwerke dürften acht Jahre länger laufen, die jüngerten 14 Jahre. Dazu werden jedem Reaktor bestimmte Strommengen zugewiesen. Hat der Reaktor diese Strommengen produziert, erlischt die Betriebserlaubnis. Ohne die Verlängerung wäre der letzte Reaktor voraussichtlich 2021 oder 2022 vom Netz gegangen

Die Übertragung von Strommengen von älteren auf jüngere Reaktoren war auch schon vor der Verlängerung der Laufzeiten möglich. Mit der Laufzeitverlängerung wird sie aber besonders interessant: Bestandteil der Laufzeitverlängerung ist eine Erhöhung der Sicherheitsanforderungen. An der konkreten Ausgestaltung der zusätzlichen Anforderungen wird noch gearbeitet. Klar ist aber bereits, dass sich Kosten von mindestens 500 Millionen Euro je Reaktor ergeben. Insbesondere für die ältesten der insgesamt 17 deutschen Reaktoren stellt sich die Frage, ob der Kostenaufwand sich noch lohnt. Dabei haben die Unternehmen insbesondere die Meiler Neckarwestheim I, Biblis A und Brunsbüttel im Blick, die allesamt bereits seit Mitte der 70-er Jahr arbeiten.

  • 10.02.2011, 13:49 UhrAnonymer Benutzer: kornwestheim

    Für die deutschen Kernkraftwerke wurde eine CO2-bilanz von ca. 35 Gramm pro kWh errechnet, also genauso viel wie für Windkraftanlagen. Ja, auch Stahl und beton müssen erst einmal produziert werden, und davon benötigen Windräder für eine kWh deutlich mehr als ein Kernkraftwerk. Ein paar Tonnen Metall namens Uran enthalten dagegen riesige Mengen Kernenergie und reichen für ein Jahr betrieb, d.h. ungefähr zehn Milliarden kWh bzw. ein Sechzigstel des gesamtdeutschen Jahresverbrauchs.

  • 08.02.2011, 15:22 UhrAnonymer Benutzer: jane doe

    Richtig. besser sofort abschalten oder eben nachrüsten, denn so war der deal. immerhin hat man nun 8 jahre investitionen gespart, wenn man nun noch 8 weitere jahre profit mit diesen klapperkisten macht, besteht wohl kein grund die notwendigen nachrüstungen weiter zu verschieben. Natürlich mindert das den gewinn der kkw-betreiber, andererseits machen sie aber dann trotzdem mehr gewinn als ohne laufzeitverlängerung.
    zum thema klimaneutral: der transport der brennelemente und des mülls, der abbau des urans (für den abbau einer tonne brauchbaren uranerzes werden werden über 100 tonnen diesel verfahren), der rückbau der abbau-halden und dergleichen produzieren natürlich kein co2 sondern rosenduft, nicht wahr?

  • 08.02.2011, 11:34 UhrAnonymer Benutzer: kornwestheim

    Eine Laufzeitverlängerung von 8 Jahren ist ein Witz. Man kann nicht ernsthaft erwarten, dass ein KKW-betreiber unter diesem Vorzeichen noch groß investieren kann, vor allem weil er davon schon 4 Jahre lang brennelementesteuer und Klimafonds-Abgabe (schädigen KKW das Klima?) zahlen soll. Doch die Steuern scheinen wichtiger zu sein als Nachrüstungen. Schon Schröder und Trittin haben auf Nachrüstungen verzichtet, um den Atomausstieg zu erkaufen. in Neckarwestheim 1 wurde definitiv ein großes Projekt zur Erweiterung des Notkühlsystems gestrichen, nachdem bekannt wurde, dass es nur 8 Jahre länger produzieren darf. in meinen Augen war das ein fauler Kompromiss. Man hätte lieber allen KKW 14 Jahre geben sollen, unter Auflage von Mindeststandards, die alle einhalten müssen. in 8 Jahren wird man dann wieder eine Laufzeitverlängerung beschließen, um die Klimaziele zu erreichen und den Staatshaushalt zusammenzuhalten, und die alten Kernkraftwerke sind immer noch nicht nachgerüstet.

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