Sicherheitsbehörde strebt Zusammenarbeit mit Unternehmen an – Industrie begrüßt Vorstoß zur Terrorismusbekämpfung
BKA blickt auf Firmendaten

Das Bundeskriminalamt (BKA) will im Kampf gegen den Terrorismus stärker mit der Wirtschaft kooperieren. Die Sicherheitsabteilungen der Großkonzerne verfügten über die Ressourcen, um die Sicherheitslage im Ausland einzuschätzen, sagte BKA-Chef Jörg Ziercke bei der Herbsttagung der Sicherheitsbehörde. Mit ihnen strebe das BKA eine strategische Partnerschaft an, um sicherheitsrelevante Informationen über ausländische Staaten zu erhalten. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) begrüßte den Vorstoß.

sig BERLIN. Hintergrund der Ankündigung ist die zunehmende internationale Kriminalität, die nach Ansicht von Sicherheitsexperten bereits im Ausland bekämpft werden soll. Als Beispiele nannten die Experten Terroristen wie die afghanischen Taliban die sich mit Drogenhandel finanzieren oder Erpresser, die die Computersysteme des weltweiten Finanzsystems im Visier haben. Bereiche, bei denen die klassische Polizeiarbeit an ihre Grenzen stößt. Eine praktische Folge solcher Analysen ist etwa die geplante Arbeit von BKA-Beamten in Tadschikistan. Im Rahmen eines Pilotprojekts sollen sie die Polizei im Nachbarland Afghanistans bei der Bekämpfung des Heroinhandels unterstützen – und damit die ökonomische Basis der Taliban stören. Eine ähnliche Mission kündigte Ziercke für Venezuela an.

Das BKA richtete zudem 2004 im gemeinsamen Anti-Terror-Zentrum von Polizei und Nachrichtendiensten in Berlin eine Abteilung mit der Bezeichnung „Internationale Koordinierung“ ein. Die Abteilung soll einmal 260 Personen umfassen, darunter 62 BKA-Verbindungsbeamte in 46 Ländern.

Siemens-Sicherheitschef Norbert Wolf, der auch den BDI-Ausschuss für Sicherheitsfragen leitet, zeigte sich offen für die Forderung des BKA-Chefs. Er könne sich vorstellen, dass der Konzern den Sicherheitsbehörden mehr Informationen zur Verfügung stellen und die Zusammenarbeit mit den deutschen Verbindungsbeamten im Ausland intensivieren werde, sagte Wolf. Dabei gehe es nicht darum, als Unternehmen zum Handlanger der Polizei zu werden, sondern vor allem um den Austausch von Lageanalysen.. Siemens beschäftige in fast allen kritischen Ländern eigene Sicherheitsbeauftragte, die umfassendes Wissen über die jeweilige Region hätten.

Ziel der Sicherheitsallianzen mit der Wirtschaft müsse es sein, ein Frühwarnsystem für regionale Krisen und Probleme zu entwickeln, sagte Ziercke. Eine solche Zusammenarbeit nutze beiden Seiten, da sowohl die Polizei als auch die Unternehmen neue Erkenntnisse gewinnen könnten. So stehe er im Kontakt mit BASF, DaimlerChrysler, VW oder der Deutschen Bank. Die Weitergabe von Informationen an die Unternehmen durch das BKA sei rechtlich zulässig, sofern die Firmen sich zur vertraulichen Behandlung der Daten verpflichteten.

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