Sicherheitsdebatte
Bayern fordert mehr Videoüberwachung

Angriffe von Schlägern in S- und U-Bahnen sind zwar kein Massendelikt - doch hat es mehrfach solche Vorfälle gegeben. Mehr Videokameras könnten Abhilfe schaffen, meint der bayerische Innenminister.
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MünchenBayerns Innenminister Joachim Herrmann fordert einen bundesweiten Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr. „Das gilt sowohl für den Nahverkehr mit S- und U-Bahnen als auch für die Deutsche Bahn“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der am Mittwoch beginnenden Innenministerkonferenz von Bund und Ländern. „Wir haben in den vergangenen Jahren in München sehr positive Erfahrungen mit unserem zweigleisigen Konzept gemacht: mehr Sicherheitspersonal einerseits und der Ausbau der Videoüberwachung andererseits. Damit konnten wir einen Rückgang der Kriminalität im Nahverkehr erreichen.“

Niemand wolle eine flächendeckende Videoüberwachung wie in London einführen, aber im Bereich des öffentlichen Verkehrs sei das „absolut sinnvoll“, sagte Herrmann. „In Umfragen sprechen sich 80 Prozent der Fahrgäste für die Videoüberwachung auf Bahnhöfen und in S- und U-Bahn-Stationen aus.“

Leider habe es in der Vorbereitung der Innenministerkonferenz bislang keine Einigung zwischen unions- und SPD-geführten Ländern gegeben. Die SPD-Länder lehnten die Videoüberwachung zwar nicht ab, seien aber auch nicht bereit, sich zum Ausbau zu bekennen. „Das Rumgeeiere der SPD-Innenminister hilft nicht weiter“, kritisierte Herrmann. „Wir brauchen eine klare Strategie zum Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Personennah- und Fernverkehr.“

„Wir wollen insbesondere die Deutsche Bahn auffordern, dass sie sich stärker um die Videoüberwachung kümmert. Es muss nicht jeder Haltepunkt der DB auf dem Land mit Kameras ausgestattet werden, aber zumindest an allen größeren Bahnhöfen sollte das selbstverständlich sein“, erläuterte Herrmann. Auf dem Bonner Hauptbahnhof etwa, auf dem 2012 ein Bombenanschlag verhindert wurde, habe es zwar Videokameras gegeben, aber keine Aufzeichnungen. „Das erschwert die Ermittlungen. Bombenanschläge sind jedoch nur der Extremfall - noch wichtiger erscheint mir die Bekämpfung der Alltagskriminalität.“

Herrmann betonte, dass Bayern ohnehin bundesweit die niedrigste Kriminalitätsrate habe. „Wenn man der wesentlich höheren Kriminalitätsbelastung in anderen Bundesländern zu Leibe rücken will, dann muss man auch die Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr ausbauen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sicherheitsdebatte: Bayern fordert mehr Videoüberwachung"

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  • Es gibt immer einen guten Grund für mehr Überwachung: Mehr Sicherheit.

    Keiner sieht die spiegelbildlich damit einhergehende Gefahr dieses starken Staates, der sich alsbald gegen seine eigene Bevölkerung richten könnte.

    Die Macht zur Unterdrückung ist da. Die Frage ist nur noch ob sie genutzt wird - zum Schutze der Bevölkerung, versteht sich.

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