Sicherheitsrisiko: Atomkraftwerke in Krisengebieten gefährdet

Sicherheitsrisiko
Atomkraftwerke in Krisengebieten gefährdet

Kernreaktoren in Konflikt- und Krisenregionen sind besonderen Risiken ausgesetzt, wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht. Gezielte Angriffe und unbeständige Politikverhältnisse gefährden die Sicherheit der Anlagen.
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BerlinSabotage, Angriffe, fehlende Kontrollen: Atomexperten warnen vor Risiken für Atomkraftwerke in Krisen- und Konfliktregionen. Kerntechnische Anlagen seien zwar vor terroristischen Anschlägen und anderen Sabotageakten geschützt“, heißt es in einer Studie des Öko-Instituts, die der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag. „Solche Schutzmaßnahmen richten sich jedoch üblicherweise ausschließlich gegen terroristische Bedrohungen und setzen eine funktionierende Staatsgewalt voraus.“ Nicht nur gezielte Angriffe, sondern auch instabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse können die Sicherheit gefährden.

In der Studie warnen die Fachleute des Ökoinstituts insbesondere vor Sicherheitsproblemen in der Ukraine, wo der Konflikt mit pro-russischen Separatisten andauert. Die für kerntechnische Sicherheit erforderliche Infrastruktur sei dort „nicht in dem erforderlichen Umfang vorhanden“. So habe Sabotage an Strommasten im Herbst 2015 den Betrieb des Atomkraftwerks Saporoschje so stark beeinträchtigt, dass die Betreiberfirma die Situation als hochgefährlich eingestuft habe.

„Zwischen- oder innerstaatliche Konflikte können diese Infrastruktur absichtlich oder unabsichtlich zerstören, was im schlimmsten Fall zu einer atomaren Katastrophe führen kann“, erklärte Strahlenschutz-Expertin Veronika Ustohalova. In der Studie geht es nicht nur um Kampfhandlungen und Sabotage. Auch Kontrollen durch Behörden, Ausbildung und Bezahlung von Fachpersonal sowie die Lieferung von Ersatzteilen könnten in Krisenzeiten leiden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sicherheitsrisiko: Atomkraftwerke in Krisengebieten gefährdet"

Alle Kommentare
  • Zunächst ist interessant, dass die Qualitätsmedien ein "Ökoinstitut" als Quelle für ihren Bericht nutzen. Ein seriöser Ansatz wäre beispielsweise die GRS (Gesellschaft für Reaktorsicherheit).

    Sachlich ist es natürlich korrekt, dass Kernkraftwerke in Ländern mit instabilen Regierungen grösseren Betriebs- und Sicherheitsrisiken ausgesetzt sind. Langfristige Reperaturen, Wartung, Verbesserungsmassnahmen werden häufig aus Geldmangel aufgeschoben. Qualifizierte Mitarbeiter streben ins Ausland...Auf Sicherheitsübungen und Trainings wird verzichtet. Das Risiko eines Reaktorunfalls erhöht sich statistisch um Dimensionen.

    Andererseits haben sich Leichtwasserkernkraftwerke als die gutmütigste und sicherste bekannte Energiequelle erwiesen. Die Risikowahrscheinlichkeit ist gering, das Risikopotential sachlich gesehen auch. Selbst bei den grössten Unfällen* Harrisburg, Fukushima sind keine/kaum Todesopfer zu beklagen. Der Hauptschaden entstand in Fukushima durch eine sachfremde Atompanik.

    Fossile Brennstoffe wie Gas, Öl und Kohle führen regelmässig zu Unfällen mit Toten und auch mit grossflächiger Kontamination des Umfelds die jedoch nicht übermässig thematisiert werden. Umweltschädliche Windmühlen und Solarzellen führen regelmässig zu tödlichen Unfällen die jedoch nicht thematisiert werden. Das Risiko umfallender Windmühlen, beispielsweise stehen Windmühlen nahe an Bundesstrassen und Autobahnen, wird ignoriert.


    *Tschernobyl, 58 Tote (UN 2005) - 108 Tote (UNSCEAR 2008) ist ein völlig anderer Reaktortyp RBMK. Dieser wies seinerzeit, mittlerweile hat man die noch betriebenen Reaktoren dieses Typs verbessert, ein systematisch höheres Risiko auf. Technisch gesehen hatte dieser in bestimmten Betriebssituationen einen positiven Reaktitivtätskoeffizienten. Dadurch konnte der Reaktor prompt kritisch werden und die Leistung explosionsartig steigen. Dies ist bei Leichtwasserreaktoren nicht der Fall.

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