„Sicherungen durchgeknallt“
Metzger-Erbe Schlachter teilt Kritik an Grünen-Sozialpolitik

Der designierte Nachfolger des Grünen-Abgeordneten Oswald Metzger im baden-württembergischen Landtag, Eugen Schlachter, hat Verständnis für die Kritik seines Vorgängers an sozialpolitischen Beschlüssen seiner Partei geäußert. Metzgers drastische Sichtweise auf Sozialhilfeempfänger findet Schlachter allerdings überzogen.

HB STUTTGART. „Beim Grundeinkommen sind bei mir auch die Sicherungen durchgeknallt. Da wird die Welt neu erfunden“, sagte Schlachter der „taz“: „Ich kann mir keinen Ökoporsche wünschen, wenn ich ihn mir nie kaufen kann. Parteitage sind aber ein Stück auch für Visionen da.“

Metzger hatte am Dienstag seinen Austritt aus der Grünen-Partei verkündet und vor allem mit den sozialpolitischen Beschlüssen des Nürnberger Bundesparteitags vom Wochenende begründet. Allerdings war der Finanzexperte parteiintern schon länger wegen seiner wirtschaftsliberalen Ansichten kritisiert worden. Vor dem Nürnberger Parteitag hatte er erklärt, viele Sozialhilfeempfänger sähen ihren Lebenssinn darin, „Kohlenhydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen“.

Schlachter bezeichnete diese Äußerungen als Blödsinn: „Solche Verallgemeinerungen würden mir nie einfallen. Mit solchen Dingen hat der Oswald seine Talente wie Perlen vor die Säue geworfen.“ Schlachter soll im Stuttgarter Landtag für Metzger nachrücken, der sein Mandat innerhalb von sechs Monaten zurückgeben und in der Übergangszeit fraktionsloser Abgeordneter bleiben will.

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