Sigmar Gabriel
Aus Siggi-Pop wird Siggi-Stopp

Von der Demonstration in den Bundestag, dann wieder zum Protest, schließlich zurück in den Bundestag: SPD-Chef Sigmar Gabriel, einst als Pop-Beauftragter seiner Partei bekannt geworden als „Siggi-Pop“, legt mit seiner Protestierfreude einen ganz anderen Spitznamen nahe.
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BERLIN. SPD-Chef Sigmar Gabriel vermag es, den Protest der Straße in den parlamentarischen Raum zu tragen. Donnerstag früh, es war kurz nach acht, gesellte sich der Parteivorsitzende und Abgeordnete zu rund 2 000 Anti-Atomkraft-Demonstranten, die vor dem Bundestag ihren außerparlamentarischen Frust abließen.

Um 170 000 Protestunterschriften reicher ging Gabriel danach in den Bundestag und forderte während der Debatte über das Energiekonzept der Regierung den Stopp der Kernkraft. „Sie merken gar nicht, wie Sie einen gesellschaftlichen Großkonflikt wiederbeleben“, wetterte er gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Da war es gerade zehn Uhr.

Einige Zwischenrufe bei der Rede seines Amtsnachfolgers Norbert Röttgen (CDU) später, suchte Gabriel erneut das Freie. Draußen demonstrierten Hochtief-Mitarbeiter. Sie bangen um ihre Zukunft, sollte der spanische Großaktionär ACS die Mehrheit am Bauriesen übernehmen.

Zusammen mit dem Betriebsrat forderte Gabriel, einst Pop-Beauftragter seiner Partei, diesmal vor dem Bundestag ein schützendes Übernahmegesetz, ordnungspolitische Zweifel hin oder her. Schließlich warb er wieder vor 2 000 Demonstranten mit der Siggi-Stopp-Strategie für die SPD.

Danach ging es wieder, hopp, hopp, ins Parlament. Der Abgeordnete Gabriel musste seinen Pflichten nachkommen: Im Bundestag standen mehr als 20 namentliche Abstimmungen auf der Tagesordnung.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Sigmar Gabriel: Aus Siggi-Pop wird Siggi-Stopp"

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  • in der Tat ein schwacher und folglich überflüssiger Artikel über den Populisten Gabriel, der als bundesvorsitzender den Niedergang der SPD noch beschleunigen wird.

  • Mit Verlaub, aber mir wird noch nicht einmal der Anlass für diesen Artikel klar.
    Als Zusammenstellung relativ belangloser Fakten über den Tagesablauf von Sigmar Gabriel, noch dazu in keinem Moment wirklich in der Form einer neutralen berichterstattung, kann ich den Text als informativen Artikel nicht ernst nehmen. Sollen diese Zeilen aber einen Kommentar darstellen, so fehlt eine angemessene Schlussfolgerung.
    Also warum dieser Artikel?

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