Deutschland
Sigmar Gabriel (SPD)

... war Ministerpräsident in Niedersachsen und gilt in seiner Partei als aussichtsreiches Nachwuchstalent. Für ihn ist der Posten des Umweltministers vorgesehen.

HB BERLIN. Niedersachsens früherer Ministerpräsident Sigmar Gabriel (46) genießt in der SPD seit Jahren den Ruf, ein aussichtsreiches Nachwuchstalent zu sein. Nach 15 Jahren im Landtag in Hannover gewann er nun ein Bundestagsmandat - und zieht voraussichtlich als Umweltminister in das Kabinett einer Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein.

Seine steile politische Karriere erlitt 2003 einen Knick: Die Bürger in Niedersachsen wählten den studierten Lehrer nach drei Jahren an der Macht ab und gaben dem Juristen Christian Wulff (46) von der CDU den Vorzug. Zwischenzeitlich war Gabriel schon als möglicher Nachfolger von Kanzler Gerhard Schröder gehandelt worden.

Nach der Abwahl begann Gabriels Stern zunächst zu sinken: Es gab Streit zwischen ihm und Schröder, eine Kandidatur für einen Platz im SPD-Präsidium schlug Gabriel sich wegen mangelnder Unterstützung in der Partei aus dem Kopf. Inzwischen gilt das Verhältnis zwischen Schröder und Gabriel wieder als entspannt.

Der 46-Jährige gehört zu den "Netzwerkern" innerhalb der SPD, die der Parteimitte zugeordnet werden. Sein rhetorisches Talent und seine Schlagfertigkeit machen ihn zu einem gefragten Talk-Show-Gast. In Niedersachsen hatte sich Gabriel in nur anderthalb Jahren vom SPD-Fraktionschef im Landtag zum Ministerpräsidenten emporgearbeitet.

Der Erfolg war ihm aber nicht in die Wiege gelegt. Gabriel wuchs in einfachen Verhältnissen auf, litt als Kind unter der Trennung seiner Eltern. Mancher seiner Charakterzüge wurde in dieser Zeit geprägt. So gilt er als kraftvoll, durchsetzungsstark und entscheidungsfreudig, aber auch als ungeduldig, cholerisch und beratungsresistent.

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