Sigmar Gabriel: Vize-Kanzler nimmt an Pegida-Diskussion teil

Sigmar Gabriel
Vize-Kanzler nimmt an Pegida-Diskussion teil

Am Freitagabend hat Vizekanzler Sigmar Gabriel überraschend an einer Gesprächsrunde mit Pegida-Anhängern teilgenommen. Das stößt auch in der eigenen Partei auf deutliche Kritik.
  • 1

Dresden/FreiburgDer SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel hat am Freitagabend völlig überraschend an einer Diskussionsveranstaltung mit Pegida-Anhängern in Dresden teilgenommen. Zu der Gesprächsrunde hatte die Landeszentrale für politische Bildung eingeladen. Gabriel sagte, er sei als Privatmann gekommen um zuzuhören. Nach der Veranstaltung, an der etwa 200 Bürger teilnahmen, diskutierte er etwa eine Stunde lang auch mit Anhängern der islamkritischen Pegida.

Gabriel sagte nach der Diskussion, Landeszentralchef Frank Richter habe ihn eingeladen. „Ich finde, die Veranstaltung war gut, aber wenn ich offen bin: Alles kommt mir bekannt vor.“ Es gebe in Deutschland viel Verärgerung und den Eindruck, dass Politik bürgerfremd sei. Der SPD-Chef schlug deswegen vor, gezielt Politiker in die Gesprächsrunden einzuladen, um ihre Arbeit transparenter zu machen.

Die Bundesvorsitzende der Jusos, Johanna Uekermann, hat Gabriels Teilnahme scharf kritisiert. „Rassismus ist keine Gesprächsgrundlage. Statt Pegida durch Gesprächsangebote aufzuwerten, sollten wir all jenen den Rücken stärken, die täglich für unsere Demokratie und eine tolerante Gesellschaft einstehen“, sagte Uekermann dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Ich finde die SPD sollte vor allem Geflüchteten Gehör schenken und dafür sorgen, deren Lebenssituation deutlich zu verbessern.“

Der SPD-Bundesvize Ralf Stegner reagierte zurückhaltend. „Ich finde nicht, dass es meine Aufgabe ist, zu kommentieren, welche Einladungen mein Vorsitzender annimmt und welche nicht. Sigmar Gabriel vertritt die Positionen der SPD in Diskussionen mit den verschiedensten Gruppen und von Davos bis Dresden“, sagte Stegner dem Handelsblatt.

Zugleich unterstrich Stegner, dass seine Partei „die berechtigten Sorgen“ von Bürgern ernst nähme, egal ob es um Abstiegsängste, Aufstiegshoffnungen, gute Arbeit, soziale Sicherung oder die Integration von Flüchtlingen gehe. „Klar ist dabei für Sigmar Gabriel und alle anderen aus der SPD-Führung immer, dass wir uns niemals mit Ausländerfeinden und Rassisten oder der rechten Propaganda gegen Vielfalt, Meinungs- und Pressefreiheit gemein machen“, sagte Stegner. „Hetze, Intoleranz und antieuropäischer Gesinnung bieten wir entschlossen die Stirn.“ Die Sozialdemokraten zeigten zudem „Haltung und biedern uns anders als Teile der CDU/CSU auch nicht an Positionen der Rechtspopulisten an“.

Seite 1:

Vize-Kanzler nimmt an Pegida-Diskussion teil

Seite 2:

Große Demo nach Facebookaufruf

Kommentare zu " Sigmar Gabriel: Vize-Kanzler nimmt an Pegida-Diskussion teil"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • >>Wer sind die Pegida-Demonstranten?<<

    und wer sind die Anti Pegida Demonstranten

    bitte de gleiche qualifizierte Aufstellung

    die dann lauten würde
    20% Ausländer
    20% Migranten
    10% alt 68er
    50% Krawallmacher

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%