Signale vom Krankenbett
Anzeichen für Schäuble-Rückzug mehren sich

Bleibt er oder nicht? Das politische Berlin rätselt über die Zukunft des Finanzministers. Die Anzeichen für einen Rückzug des kranken Schäuble mehren sich. Die Nachfolgedebatte hat begonnen.
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HB BERLIN. Die Botschaft war deutlich: Über einen Magazinbericht ließen Wolfgang Schäuble und sein Bruder Thomas durchblicken, dass nach monatelangen Schmerzen und immer neuen Klinikaufenthalten die Belastungsgrenze für den querschnittsgelähmten Finanzminister bald erreicht sein könnte.

Ein Rücktrittsangebot an die Kanzlerin ließ der 68-Jährige zwar bestreiten - die Gerüchte über einen Rückzug des CDU-Politikers haben sich seit diesem Mittwoch aber verstärkt. Schäuble scheint inzwischen fest entschlossen, sein Amt aufzugeben, sollte es ihm nach der mehrwöchigen Schonfrist nicht wirklich bessergehen.

Im politischen Berlin wurde aufmerksam registriert, was Schäuble selbst und sein Bruder in der aktuellen Ausgabe des „Stern“ zu Protokoll gaben. „Das über halbjährige Wundsein hat ihn zermürbt“, sagte Thomas Schäuble, einst CDU-Innenminister in Baden-Württemberg. Vertrauten soll Schäuble gesagt haben: „Wenn ich nach vier Wochen merke, es geht nicht mehr, ziehe ich die Konsequenzen. Davon hält mich niemand ab.“

Es ist bekannt, dass einer der „Stern“-Autoren seit dem Attentat auf den Minister vor ziemlich genau 20 Jahren enge Kontakte zu Schäubles Familie hat. Der Magazin-Bericht kursierte bereits am Dienstag in Regierungskreisen. Die Meldung am nächsten Tag kam alles andere als überraschend. Dennoch taten sich Ministerium und Regierung mehrere Stunden schwer mit einer klaren Sprachregelung.

Dies setzte sich auch auf der üblichen Bundespressekonferenz am Mittwochnachmittag fort - zunächst jedenfalls. Alles „reine Spekulation“ wurden die Meldungen abgetan, über Vier-Augen-Gespräche Schäubles und der Kanzlerin könne man nichts sagen, der „Stern“- Bericht sei zur Kenntnis genommen worden - und so weiter. Als die Fragen immer bohrender wurden, stellte Schäubles Sprecher Michael Offer plötzlich doch klar: Der Minister habe weder ein Rücktrittsangebot unterbreitet, noch habe es eine Frist gegeben. Offer gab an, er habe just in jener Minute eine Information von seinem Chef per Handy erhalten.

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  • Schäuble zu Merkel: "Darf ich zurücktreten?" Merkel: "Nee, du. Kannste ja eh nich..." Er: "Und wieso nich?" Sie: "OK. ich gebe nach. Ein Finanzminister sollte wohl doch ein wenig geistig fit sein...."

  • Es ist dem Menschen Schäuble und dem Land zu wünschen, dass er die richtige Entscheidung trifft. Die da sein muss: beiden zuliebe zurückzutreten.

    Nur, wer kommt danach? Es drängt sich niemand auf, kein Staatssekretär, kein Polithierarchokrat, der überzeugen würde.

  • Ein "Finanzminister" der das Volk belügt und betrügt darf gehen.......
    Der nächste Lügner steht schon parat.....
    Wann kapieren die Menschen endlich, dass sie immer nur verarscht und belogen werden ?
    Ein Schaf wird nicht in das Wolfsrudel aufgenommen - höchstens als Opfergabe.
    Hoffentlich wachen die naiven, trägen, kopflastigen Deutschen irgenwann auf !!!!!!!!!!

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