Signalwirkung für Branche in Ostdeutschland
Westdeutsche Stahl-Tarifpartner einig

Die 85 000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Stahlindustrie erhalten vom kommenden Jahr an 3,8 Prozent mehr Lohn. Darauf haben sich am frühen Donnerstagmorgen die Tarifparteien nach mehr als zehnstündigen Verhandlungen in Gelsenkirchen geeinigt.

HB GELSENKIRCHEN. Neben der Lohnerhöhung erhalten die Stahlarbeiter in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen 1250 Euro als Einmalzahlung, davon 500 Euro für die Monate September bis Dezember bis die 3,8 Prozent wirksam werden. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 31.1 2008.

IG Metall-Verhandlungsführer Detlef Wetzel sprach am Morgen von einem „zufrieden stellenden Ergebnis“. „Wir haben mehr Geld und einen Tarifvertrag mit mehr Perspektive für Beschäftigung.“ Die Gewerkschaft habe ein besseres Ergebnis als 2005 angestrebt und dies nun auch erreicht. Mit einem Einstieg in einen Tarifvertrag, der den demographischen Wandel berücksichtigt, sei zudem politisches Neuland betreten worden. Helmut Koch, Präsident des Arbeitgeberverbandes Stahl, wertete das Ergebnis als vertretbar. Wir sind an die Obergrenze von dem was wir uns vorgestellt haben gegangen.“ Dabei habe es auch Zugeständnisse für Auszubildende wie die Kostenübernahme der Lernmittel gegeben.

Neben der Lohnsteigerung einigten sich beide Seiten darauf, Regelungen zur Beschäftigungssicherung älterer Stahlarbeiter zu finden. Hintergrund ist der hohe Altersdurchschnitt. Vor allem die Gewerkschaft befürchtet den Verlust von Fachwissen. Für ältere Beschäftigte sollen deshalb Arbeitserleichterungen geschaffen werden. Auszubildende sollen zudem nach Möglichkeit übernommen werden. Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, würdigte die neu getroffene Vereinbarung zur „gesundheits- und altersgerechten Gestaltung von Arbeitsbedingungen“. Huber erklärte: „Dieser Tarifabschluss bringt Geld und Perspektive."

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