Simonis rief schleswig-holsteinische SPD zu selbstwusstem Umgang mit CDU auf
Spekulationen um "Verräter" in Kiel

HB BERLIN. Die scheidende Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) hat ihre Partei in Schleswig-Holstein zu einem selbstbewussten Umgang mit der CDU aufgerufen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Simonis habe in einer nichtöffentlichen Rede vor dem SPD-Parteirat in Kiel am Freitag gesagt, wichtig sei ein festes Bündnis, und zwar so schnell wie möglich. Dabei komme es vor allem darauf an, wie die SPD in die anstehenden Sondierungsgespräche gehe: «nicht unter der Türritze durch».

Auch die CDU könne nicht allein leben, sie brauche die SPD, argumentierte Simonis. «Der Kesseldruck wird noch größer, wenn wir nichts tun. Entscheidend ist, dass SPD draufsteht auf dem Paket», wird die langjährige Kieler Regierungschefin weiter zitiert.

Die Anwesenden dankten der Meldung zufolge Simonis mit stehenden Ovationen zwei Minuten lang. Die Rede hielt Simonis wenige Stunden, nachdem sie ihren Verzicht auf jede weitere Kandidatur als Ministerpräsidentin erklärt hatte.

Unterdessen sucht die schleswig-holsteinische SPD weiter den «Verräter» in den eigenen Reihen, der Heide Simonis im Kieler Landtag scheitern ließ. Bei einem Treffen mit Vertrauten am Donnerstagabend in der Staatskanzlei habe Simonis Stegner als möglichen Abweichler ins Spiel gebracht, berichtet die Zeitschrift «Focus». Er sei der einzige, so der Tenor der Runde, der von Simonis' Abgang profitieren würde, weil er nun zum neuen starken Mann der SPD aufsteige. Stegner habe sich auf Anfrage nicht zu den Verdächtigungen äußern wollen, berichtet das Magazin.

Als zweiter potenzieller Abweichler sei in der Staatskanzlei-Runde, an der auch Sozialministerin Gitta Trauernicht und Innenminister Klaus Buß (beide SPD) teilnahmen, der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Holger Astrup, genannt worden. Der Sozialdemokrat wies die Vorwürfe zurück.

Heide Simonis ließ unterdessen ankündigen, gegen den «Focus»-Bericht juristisch vorgehen zu wollen. Das sagte Regierungssprecher Gerhard Hildenbrand. «Die Ministerpräsidentin hat nirgendwo ihren Finanzminister Ralf Stegner oder den Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Holger Astrup, als mögliche Abweichler bezeichnet oder erwähnt», so Hildenbrand. Es habe gar keine Runde in der Staatskanzlei gegeben, an der Sozialministerin Gitta Trauernicht und Innenminister Klaus Buß, wie von «Focus» beschrieben, teilgenommen hätten.

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