Sinkende Ausgaben für Arzneimittel
Krankenkassen machen wieder Gewinn

Die gesetzlichen Kassen haben laut Medienberichten Überschüsse von rund einer Milliarde Euro verzeichnet. Grund sind offenbar vor allem sinkende Ausgaben für Arzneimittel.

HB BERLIN. Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben Medienberichten zufolge im ersten Quartal einen Überschuss von insgesamt 900 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit seien zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder Überschüsse verbucht worden.

Im Vorjahresquartal haben noch Verluste von 630 Millionen Euro in den GKV-Büchern gestanden.

Allein die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) verbuchten einen Gewinn von 370 Millionen Euro, wie der AOK-Bundesverband am Freitag in Bonn mitteilte. Im Vorjahresquartal verzeichneten die Ortskrankenkassen den Angaben zufolge noch ein Minus von 395 Millionen Euro.

Grund dafür seien sowohl Zuwächse auf der Einnahmenseite, aber auch Ausgaben-Minderungen, hieß es. Höhere Einnahmen resultierten aber in erster Linie aus höheren Beitragssätzen auf Betriebsrenten und auf andere Versorgungsbezüge. Mit Mehreinnahmen durch ein Anspringen der Konjunktur rechnet der AOK-Veband nicht, hieß es.

Eine Nettoentlastung erfolgt daher vielmehr durch sinkende Ausgaben. Vor allem die Ausgaben für jene Leistungen, in denen seit Jahresbeginn neue Zuzahlungsregeln oder höhere Zuzahlungen gelten, seien in den ersten drei Monaten mit einem Minus von fünf Prozent deutlich rückläufig gewesen, hieß es.

Der AOK-Bundesverband rechnet zwar mit einer Beitragssatzsenkung - wann diese allerdings kommen werde, sei unklar. Dies könne erst nach Vorliegen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung des zweiten Quartals entschieden werden.

Auch die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) hatte am Freitag über sinkende Arzneimittelausgaben der GKV berichtet. Allein im April seien diese verglichen mit dem Vorjahresmonat um 12,3 Prozent gesunken. In den ersten vier Monaten beliefen sich die Minderausgaben auf 1,121 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr rechnen die Apotheker mit einem Minus von 15 Prozent oder rund 3,4 Milliarden Euro.

Die Zahlen belegten nach Ansicht der Apotheker deutliche Einsparungen für die GKV, hieß es. Es bleibe aber abzuwarten, wie sich der Anteil der Zuzahlungen in den kommenden Monaten entwickle. Im April habe der Anteil der Arzneimittelkosten, den die Versicherten tragen müssen, nämlich abgenommen. «Viele Patienten haben offensichtlich in den ersten drei Monaten ihre Belastungsgrenze erreicht und sind für den Rest des Jahres von der Zuzahlung befreit», sagte Abda-Geschäftsführer Rainer Braun. Demnach könnten auf die GKV wieder höhere Kosten für Arzneimittel zukommen.

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