„Sinneswandel“

Alternative für Deutschland lobt Lafontaines Euro-Kritik

Ex-Linke-Chef Oskar Lafontaine will zurück zu den nationalen Währungen in der Euro-Zone. Das sagte er in einem Interview – und erntet dafür Lob von der Konkurrenz.
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Der frühere Vorsitzende der Linken Oskar Lafontaine will zurück zu den nationalen Währungen. Dafür erntet er Lob von der Alternative für Deutschland. Quelle: dpa

Der frühere Vorsitzende der Linken Oskar Lafontaine will zurück zu den nationalen Währungen. Dafür erntet er Lob von der Alternative für Deutschland.

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Bad NauheimDie eurokritische neue Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat die Forderung des früheren Linke-Chefs Oskar Lafontaine begrüßt, in der Eurozone zu nationalen Währungen zurückzukehren.

AfD-Sprecher Bernd Lucke sagte am Freitag: „Lafontaine vertritt nun genau das Konzept, das die Alternative für Deutschland vorgeschlagen hat.“ Lafontaine habe vor einigen Wochen noch ganz anders geklungen. „Aber besser spät als nie“, sagte Lucke nach Angaben seiner Partei.

Der Linke-Politiker und Ex-Finanzminister hatte sich in der „Saarbrücker Zeitung“ dafür ausgesprochen, neben dem Euro wieder nationale Währungen einzuführen, die dann auf- und abgewertet werden könnten. Er habe als „überzeugter Europäer“ den Euro lange Jahre befürwortet, weil er von einer Koordinierung der Wirtschaftspolitik in der Eurozone ausging. „Das ist leider nicht eingetreten“, sagte Lafontaine. In Südeuropa seien die Löhne und Ausgaben zu stark gewachsen, während in Deutschland ein massives Lohndumping betrieben worden sei.

  • dpa
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28 Kommentare zu "„Sinneswandel“: Alternative für Deutschland lobt Lafontaines Euro-Kritik"

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  • Unsere Physikerin hat in der DDR studiert und dort auch promoviert. Die Rechnen hat anders. Bei denen war 2 X 2 nicht 4 sondern 5 minus 1.

  • Lafontaine hatte schon früher Recht - bei der Einschätzung der Kosten der deutschen Wiedervereinigung zum Beispiel. Damals hatte der ober-korrupte Bargeldannehmer Kohl ("auf mein Ehrenwort hin") noch behaupten können, niemand werde zuzahlen müssen. Sein Waldi Waigel blies in dasselbe Horn und türmte anschliessend die höchsten Schulden der BRD-Geschichte auf.

    Lafontaine als Physiker hat, anders als unsere Physikerin, die beiden Hauptgrundrechenarten noch einigermaßen parat. Also konnte er zu gar keinem anderen als seinem neuesten AfD-Ergebnis kommen.

  • @günther schemutat Ich nehme mal an dass Du Dich jetzt nicht als Perlensammler siehst? Was ich nicht begreife, ist diese Gläubigkeit an eine gescheiterte Euro-Strategie. Mit Vollgas gegen die Wand fahren ... sehr schlaue Strategie. Da steige ich doch lieber aus dem zug aus, bevor die Katastrophe wirklich unvermeidlich ist. Die noch junge AfD hat mehr überzeugende Fakten als die erwiesenermaßen falschen Annahmen und bekannten Durchhalteparolen.

  • Lafontaine kennt halt noch das EWS und den ECU. Das hat hervorragend funktioniert. Dahin zurück ist das richtige. Mit der "Rettungspolitik" von Merkel, Schäuble, Steinbrück & Co. kann es nur bergab gehen. Die AfD muss daher unbedingt in den Bundestag um noch schlimmeres zu verhindern.

  • @matzte 38
    Lafontaine und Wagenknecht fordern die Rückkehr zu den nationalen Währungen in der Euro-Zone, das bedeutet eine Annäherung an die Position derAfD in der Euro-Frage.
    Lesen Sie das neuste Interview von Lafontaine in der Saarbrücker Zeitung.

  • klar sorgen sie für wirbel, die medien tun ja alles damit diese Partei im Mittelpunkt steht. schon erstaunlich, wo sie doch angeblich die alternative zur Merkel Politik sein soll und die Merkel alles abschmettert, was ihr gefährlich werden könnte. also warum wird dann diese Partei so gehyped ? scheinbar haben gewisse leute ein ziemliches Interesse daran, das die Partei nach oben kommt, die sollen den protest auf die rechte seite verteilen und einschläfern, für die immer noch besser als auf der linken seite, denn die linke stellt die systemfrage, die afd will das System erhalten, nichts verändern, halt nur den euro weg haben und soll dann alles gelöst sein, wenn der euro weg ist, aber das ganze geldsystem erhalten bleiben soll ?
    hier wird mit dummfang wähler versunsichert, mehr nicht, am ende im Bundestag werden sich afd und CDU, FDP prima verstehen, solche Parteien verstehen sich immer gut, wenn sie die bürger schröpfen können.

  • sorry aber ich habe nirgendwo gelesen oder gesehen das Wagenknecht fordert aus den euro raus zu gehen, genauso wenig aheb ich gelesen, das lafo und Wagenknecht irgendwelche sympatien mit der afd hegen. wenn es Gemeinsamkeiten bei der eurofrage gibt, heißt das noch lange nicht, das sie die afd gut finden. die afd steht für marktradikalismus und lohndumping, da sind die linken ganz das gegenteil

  • Interessant dürfte werden, wie sich die Situation innerhalb der Partei die Linke nach dem Votum von Lafontaine für nationale Währungen im bisherigen Euro-Bereich dastellen wird.
    Ein Dietmar Bartsch etwa plädiert heftig für den Erhalt der Euro-Zone und befindet sich damit im Gegensatz zu Lafontaine und Wagenknecht.
    Bekannt ist, dass das Verhältnis Lafontaine -Bartsch nicht das allerbeste ist.
    Die Linke wird sich positionieren müssen, denn mit einer derart auseinenderdriftenden Meinung zur Euro-Krise wird man wohl nicht so ohne weiteres einen widerspruchsfreien Wahlkampf führen können.

  • Selten so gelacht! Bosbach bellt aber beißt nicht. Die Parteipfründe sind ihm wohl doch zu lukrativ, um Nägel mit Köpfen zu machen. Und Lafontaine schwenkt sein Fähnchen mal wieder in den Wind. Es sieht nicht mehr so gut aus für die Euro-Fan-Fraktionen. Da muss man schnell auf den Zug aufspringen, um noch ein paar Stimmen zu sammeln. In der Zeit suchen die dämlichen anderen Politiker noch nach dem Totschlagargument gegen die AfD...

  • bitte lesen sie meinen beitrag noch einmal. ich habe nicht behauptet, dass die linkspartei der afd wähler abjagen wird. dies ist auch sehr unwahrscheinlich, da der typische linksparteiwähler mit dem neoliberalen käse der afd, der lediglich durch das hauptthema euroaustritt verdeckt wird, definitiv nichts anfangen kann.

    die linken werden bei sozialdemokratisch gesinnten wählern punkten und ggf. die spd so tief in den keller zwingen, dass es der problempeer und seiner bande unmöglich sein wird, eine weitere, dann gar nicht mehr so große koalition zu verkaufen.

    aber wird werden sehen. bis jetzt alles spekulation, einschließlich den nichteinzugs der afd. wobei jede stimme für die afd merkel schwächt. gut so!

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