Sinneswandel

Piraten-Spitze für Bezahlung der Spitzen-Piraten

Die Piratenpartei wird von ihrem Erfolg überholt. Mit dem rasanten Wachstum werden auch die Aufgaben und Strukturen immer komplexer. Die Zeit reicht nicht mehr, „um sich mal eben nachmittags nach der Arbeit hinzusetzen“.
Update: 26.04.2012 - 10:03 Uhr 13 Kommentare
Zeitplan einer Zwölf-Prozent-Partei: Marina Weisband, die ihr Amt abgeben wird. Quelle: dpa

Zeitplan einer Zwölf-Prozent-Partei: Marina Weisband, die ihr Amt abgeben wird.

(Foto: dpa)

BerlinDie Piraten kündigen kurz vor ihrem Parteitag einen radikalen Umbau ihrer Strukturen an. Wegen des raschen Wachstums müssten Vorstände und Mitarbeiter künftig bezahlt werden, sagten Vorstandsmitglieder. Damit verabschieden sie sich vom lange hoch gehaltenen Ideal des Nebenjob-Politikers. „Es ist einfach zu viel, um sich mal eben nachmittags nach der Arbeit hinzusetzen“, sagte die politische Geschäftsführerin Marina Weisband. Sie gibt am Wochenende ihr Amt auf dem Parteitag in Neumünster ab.

Der Vorstand einer Zwölf-Prozent-Partei sei nun mal deutlich mehr belastet als der Vorstand einer Zwei-Prozent-Partei, sagte Weisband. „Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Kombination aus Beruf und Ehrenamt rein zeitlich nicht mehr machbar ist“, ergänzte Parteichef Sebastian Nerz. Nach den Wahlerfolgen in Berlin und im Saarland stürzten sich die Medien auf die Piraten. Innerhalb weniger Wochen traten Tausende Neumitglieder ein. Mittlerweile gibt es mehr als 25.000 Piraten mit Parteibuch.

Parteichef Nerz sagte, die Alternative zu einem bezahlten Bundesvorstand seien bezahlte Mitarbeiter in der Verwaltung. Derzeit gibt es in der Partei nur eineinhalb solcher Stellen. Nerz hielt es auch für denkbar, mehr Aufgaben in die Landesverbände zu schieben.

Bezahlung könnte beim Bundesparteitag für Streit sorgen
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13 Kommentare zu "Sinneswandel: Piraten-Spitze für Bezahlung der Spitzen-Piraten"

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  • Die deutschen-feindliche Politik geht sowieso weiter - ob ROT/GRÜN oder CDU/SPD, die haben immer eine Kombination parat. Mit der Wahl der Piraten zeigt sich eine grosse Prtestbewegung der Wähler, das ist der 1. Vorteil und es besteht die Chance, dass die Basis-Demokratie, die die Piraten inne haben zwangsweise rüberschwappt zu den Alt-Parteien und die dann nicht mehr ganz so ignorant agieren können gegenüber der jeweiligen Wählerschaft.

    Die Piraten wissen genau, dass ihre beste Zukunft breit aufgestellt ist in der Wählerschaft. Und junge Leute wollen immer die Welt verbessern, das kann man ihnen nicht als Nachteil gereichen. Aber eine Facette konservative Wirtschafts-Realpolitik setzt sich vielleicht dauerthaft durch bei denen. Und eben die neuen Konzepte der Echtzeit-Demokratie (liquid democracy). Was meinen Sie, Margrit ??

  • WFriedrich
    Bis jetzt haben die Piraten doch nur ihre Internet-Affiniät und gut, sie lehnen den ESM ab, aber wahrscheinlich wissen sie nur wenig über den ESM.
    In der Frage der Zuwanderung sind sie auf Kurs der Grünen.
    Ich denke mal, z. Zt. sind sie noch eine reine Protespartei für einige Bürger. Diese werden abre schnell aufwachen, wenn sie merken, dass die Piraten letztendlich wieder nur eine linke Parei sind und die Maht von Merkel sichern.
    Wenn nichts wirklich Neues und eine wirkliche Politik für Deutschland von den Piraten in nächster Zeit kommt, wird sich das Blatt aber wieder wenden.
    Denn eines ist sicher, durch ihr Erscheinee wird die deutschfeindliche Politik in Deutschland weitergehen

  • Die Piraten müssen sich hüten, in den Netzen zu verfangen, die der politische Wettbewerb gewoben hat. Die Frage nach der Bezahlung ist in dieser Auseinandersetzung nachrangig. Die Piraten haben ihre Stärke und ihre Sympathien in der Bevölkerung mittels Kritik an den politischen und staatlichen Entscheidungenverfahren gewonnen. Programme, Konzepte und Ideen gibt es hinreichend. Nachholebedarf hat unser Land bei der außerelitären, demokratischen Mitwirkung. Wäre diese Mitwirkung außerhalb der Parteizirkel gegeben, so müssten alle Parteien intensiv um den Inhalt und die Mehrheitsfähigkeit ihrer Programme ringen. Stuttgart 21 hätte es nicht gegeben. Programme würden verbindlich; oft sind sie Makulatur. Wenn es richtig ist, dass das Volk der Souverän ist, so sind die Piraten bestens aufgestellt, wenn sie sich um die Form, d.h. die Verfahren der politischen Entscheidungsvorbereitung kümmern. Dabei können die Piraten unterstellen, dass die Angebote (Inhalte) nicht inflationiert werden müssen, sondern die Auswahlprozesse demokratisiert werden müssen. Also liebe Piraten, besetzt das Erfolgsthema "demokratische Entscheidungsvorbereitung und demokratische Entscheidungsfindung" statt Euch mit top-to-dawn-Inhalten des Wettbewerbs zu beschäftigen. Schließlich kann unterstellt werden, dass das Lösungsoptimum in den vorhandenen politischen Angeboten bereits enthalten ist. Werbt dafür, dass pluralistische Auswahlverfahren die Umsetzung der optimalen Lösungen sichern. Bewahrt aber auch die Distanz zu reinem Populismus, damit das Ideale nicht der Feind des Guten wird.

  • ESM und PIRATEN ?
    Leider haben wir die jetzige Lage der Tatsache zu verdanken, daß Altkanzler Kohl eine ökönomische Niete war und auf warnenden Sachverstand von Fachleuten , zugunsten politischer Visionen verzichtet hat. Da hat er wohl immer einen Neidkomplex zu Willi Brandt gahabt. Jetzt Änderungen an den schlechten EU-Verträgen auszuhandeln führt ja dazu, dass die EU zu einem Erpressungsverein auf Gegenseitigkeit mutiert ist und ökonomisch nicht haltbare Zustände
    mit neuen Krediten , man könnte auch sagen „Virtuellem Geld “ bzw. Wechselreiterei verlängert müssen. Der Hinweis auf die Exportnation ist richtig und falsch zu gleich. Warum ? Würden Sie einem Gastwirt empfehlen der den Umsatz steigern muß ; Die Gläser voll , oder mehr „Freibierabende “ zu machen ?
    Noch eins zu den bösen Spekulanten die ja als Buhmann für die verfehlte Politik ,von allen Parteien hergenommen werden . ( was für eine Einigkeit )
    Ohne Höchstverschuldung der Staaten, gäbe es nix zu spekulieren , das war schon bei den Fuggern so . Und auf eine Transaktionsteuer zu setzen ? da muß England und die amerikanische Ostküste zustimmen ! Die kann natürlich auch erkauft werden ! Aber das wird richtig teuer !

  • Die Piraten mit 25.000 Mitgliedern können nicht mehr ignoriert werden, ausserdem repräsentieren sie die Jugend. Also - nicht ignorierbar und das ist gut so.

  • Der deutsche Wähler hat nichts zu verlieren aber viel zu gewinnen, wenn die Piraten so basis-demokratisch bleiben. Man darf die Partei-Spitze nicht für Geld kaufen lassen, dei Alt-Parteien wollen die Partei-Spitze bestimmt schnell einvernehmen und sie auf ihren verdammten Kurs einschwören.

    Aber das wird nicht passieren. Bin ich mir sicher !

    Es wird schwer und bestimmt anstrengend, die abgekoppelten und seit langem frustrierten Deutschen wieder Hoffung zu machen auf echte Teilnahme und nicht nur Schatten-Theater der Alt-Parteien. Lasst euch von Merkel und co. nicht einwickeln und abhängig machen über's erhaltene Geld.

  • Ich schlage vor sich wie folgt von den Natinonal-Sozilisten abzugrenzen ! Kein Wort mehr mit doppeltem s ( SS ) schreiben . Kann als nazistisch ausgelegt werden .

  • "in Berlin und im Saarland stürzten sich die Medien auf die Piraten."

    Keine andere Partei die vorgibt, eine Alternative für "Nichtwähler", "Unzufriedene" oder mögliche "Rechtswähler" zu sein, wird derart von den Einheitsmedien hofiert, wie die >Piraten<!
    Das ist doch sehr auffällig. Während die Partei der "Freiheit" sogar ausgegrenzt und gemobbt wird, finden auch "Bürger in Wut" und andere kleine Parteien nicht einen Fitzel einer Ecke an Präsenz in den Medien!

    Was, wenn diese Piraten (man denke auch über den Namen nach) von den etablierten Parteien installiert wurden, um den Wählerrand abzuschöpfen?
    Nach der Wahl gehen dann SPD und CDU seelenruhig zusammen eine große Koalition ein und regieren weiter wie gehabt, mit Hilfe der drittstärksten Partei: den PIRATEN!
    Was hat der Wähler dann gewonnen????

    Leute, seid vorsichtig was diese Partei angeht!

  • Was schreiben Sie da für einen Mist! Unfassbar! Bitte mal hier lesen: http://www.tirsales.de/blog/tirsales/2012/04/09/bezahlung-von-vorstaenden

  • DIE PIRATEN
    ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT
    ..................................
    wer von mitgliedern und mandatsträgern dieser partei
    professionelle antworten - möglichst auf alle themen-
    komplexe - haben möchte, muss ihnen auch eine entspr.
    arbeitsweise zubilligen.
    ..
    diese rasant wachsende partei muss sich zwachsläufig
    noch eine struktur schaffen, um den aufgaben einer ..
    grossen organisation gerecht zu werden ohne die eige -
    nen vorstellungen zu verleugnen..
    ..
    mfg
    thomas oldendorp

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