Situation von Zwangsprostituierten mit Visum weniger schlimm als ohne
Höhn schließt Rücktritt Fischers aus

Die nordrhein-westfälischen Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) hat die Öffnung der Visapolitik durch den umstrittenen "Volmer-Erlass" auch für den Fall verteidigt, dass sie zum Anstieg der Schleuserkriminalität und der Zwangsprostitution beigetragen haben sollte.

DÜSSELDORF. „Frauen, insbesondere Prostituierte, befinden sich häufig in einer viel schlimmeren Situation, wenn sie illegal hier sind, als wenn sie ein gültiges Visum besitzen“, sagte Höhn dem Handelsblatt. „Prostituierte hat es hier immer schon gegeben, auch solche in extremen Zwangssitutionen. Schon deshalb kann man keinen automatischen Zusammenhang zwischen dem Erlass und der Einreise von Zwangsprostituierten herstellen.“

Einen Rücktritt von Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) wegen der Visa-Affäre hält Höhn in jedem Fall für ausgeschlossen: „Wenn er Fehler gemacht hat, dann muss man diese abwägen gegen das, was er an Positivem für das Land geleistet hat. Er hat Deutschland ein Gesicht und eine Stimme gegeben in der Welt, eine Stimme, die gehört und respektiert wird. Ich sehe nicht, dass mögliche Fehler schwerer wiegen könnten als seine Verdienste.“

Anders als die SPD zeigte sich Höhn offen für die Absicht der Union, Fischer möglichst schnell vor den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu laden: „Ich bin dafür, dass Fischer möglichst früh vor dem Untersuchungsausschuss aussagt."

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