Sitzverteilung im Bundestag
Stühlerücken links von Merkel

  • 9

Die Union rutscht weiter nach links

Wenn manch einem Politiker in den vergangenen Jahren ein bestimmter Sitzplatz zur Gewohnheit geworden ist, so zieht ein anderer vor, nach vier Jahren nach vorn aufzurücken – und sich damit aufzuwerten. Denn ein vorderer Platz lässt die mediale Präsenz steigen. Zumindest dann, wenn das Parlament, etwa bei Regierungserklärungen und Gedenkveranstaltungen komplett ist.

Ansonsten gibt es im Plenarsaal keine feste Sitzordnung. Im parlamentarischen Alltag machen die Abgeordneten einen großen Satz nach vorne – lassen sich auf den Plätzen nieder, auf denen sich sonst Platzhirsche, wie Kauder, Steinbrück, Trittin und Gysi fläzen.

Sich einmal wie die Großen fühlen, mag ein Grund der Mauerblümchen sein, aber es gibt auch einen praktischen: Nur die vorderen Plätze sind mit Mikrofon und Telefon ausgestattet. Zudem kommen bei Debatten meist nur eine Hand voll Fachpolitiker zusammen. Da rückt man gerne zusammen.

Eng kann es bei der Union werden. In den Reihen hinter der Kanzlerin versammelt sich die geballte Ministerriege, wie die Fraktion mitteilt. Die Regierungsbank vis-à-vis bleibt leer – seit heute ist das Kabinett nicht mehr im Amt. Dahinter machen es sich Obleute, Sprecher und Vorsitzende früherer Ausschüsse gemütlich. Später – wenn die Regierung steht – haben die Minister, die in der Regel gleichzeitig auch ein Abgeordnetenmandat haben, sowie Kanzlerin und Bundestagspräsident stets zwei Plätze: im Plenum und auf der Regierungsbank.

Schlägt man zur Sitzordnung im Knigge nach, gibt der Meister der Umgangsformen folgenden Benimm-Rat: Handelt es sich um eine „Veranstaltung offiziellen Charakters“ gilt „die protokollarische Rangfolge“. Davon weichen die Grünen gern mal ab.

Kommentare zu " Sitzverteilung im Bundestag: Stühlerücken links von Merkel"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nee, aber Sie anscheinend - "LOL", aber gewaltig!

  • "Neues Beitritts-Kapitel eröffnet: Türkei einen Schritt weiter auf dem Weg in die EU ..."

    Wie gesagt, halte ich einen Beitriit zur "Eu in Brüssel" nicht für gut. Warum ? Weil die Türkei unabhängig als "Schweiz des Nahen ostens" bleiben sollte.

    Tritt sie der EU bei, kann sie ihre Souveränität an der Garderobe abgeben. Entweder ist sie Zahlmeister und Schulden-Mülltonne oder sie ist würdelos ferngesteuert, wie der Süden Europas gerade leidvoll ertragen muss.

    Will die Türkei das ? Eine zu Ende vollzogene "Eroberung Europas" wird es sowieso nicht geben, wie es vor 500 Jahren in Wien endete ... Erdogan sollte mal erläutern, warum er eigentlich unbedingt in die EU will. Warum eigentlich ???

  • Ich habe die Gültigkeit des GG nie bestritten. Es ist halt nur keine Verfassung. Oder machen Sie sich die Welt mal wieder wie Sie Ihnen gefällt ?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%