Skandal um Limburger Bischof
„Immenser Schaden für die Katholische Kirche“

Der Skandal um den Limburger Bischof zieht immer weitere Kreise. Von einem „immensen“ Schaden für die Katholische Kirche spricht die Reformbewegung „Wir sind Kirche“. Das lässt auch die Berliner Politik nicht ungerührt.
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BerlinAngesichts des Skandals um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst fordert die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ Konsequenzen für die künftige Ernennung von Bischöfen. „Limburg ist auch ein Signal an alle anderen deutschen Bischöfe: Es braucht eine stärkere Beteiligung des Kirchenvolkes an der Bischofsbestellung. Und die Bischöfe im Amt müssen noch viel von der Demut und Bescheidenheit des Bischofs von Rom, Papst Franziskus lernen, wenn sie glaubwürdig die Kirche vertreten wollen“, sagte der Sprecher der Laienorganisation, Christian Weisner, Handelsblatt Online.

Weisner sieht durch den Limburger Skandal-Bischof den Ruf der gesamten Katholischen Kirche in Mitleidenschaft gezogen. „Der Schaden für das Ansehen der katholischen Kirche ist immens und besonders bedauerlich, da mit Papst Franziskus die katholische Kirche endlich wieder aus den negativen Schlagzeilen gekommen ist“, sagte er. „Auch wenn es zu einem Rücktritt oder gar einer Amtsenthebung kommt, wird es lange dauern, bis die Wunden im Bistum wieder verheilt sein werden.“

Den Vorwurf, die die Medien würden eine Kampagne gegen den Bischof fahren, hält Weisner für unbegründet. Die neuesten Kostenangaben zeigten vielmehr, dass die Sanierung des Bischofshauses ganz aus dem Ruder gelaufen sei. „Alle Kontrollmechanismen haben versagt oder sind vom Bischof und seinen schlechten Beratern außer Kraft gesetzt worden“, sagte der „Wir sind Kirche“-Chef.

Die Kosten für das gesamte Bauvorhaben in Limburg stiegen nach Bistumsangaben auf 31 Millionen Euro. Ursprünglich war ein einstelliger Millionenbetrag veranschlagt worden. Nach Bekanntwerden dieser Kostenexplosion wurden zahlreiche Rücktrittsforderungen gegen den Bischof laut.

Der Vorgang beschäftigt inzwischen auch die Politik. „Die exorbitanten Kostensteigerungen beim Bau der neuen Limburger Bischofsresidenz werfen zweifellos schwerwiegende Fragen auf“, sagte der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz Handelsblatt Online.

„Eine Diskrepanz zwischen den enormen Ausgaben für den Neubau der Limburger Bischofsresidenz und den vom neuen Papst eingeschlagenen Weg der Bescheidenheit ist offensichtlich.“ Vor diesem Hintergrund wünsche er den Verantwortlichen „Kraft und Mut diese schwierige Situation zu überwinden und den reformorientierten Kurs des neuen Papstes auch innerhalb der Katholischen Kirche in Deutschland um- und fortzusetzen“.

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Bischof will Prüfung der Bischofskonferenz abwarten

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  • Sie wissen auch mehr!

    Das hier war möglicherweise nur Ihre Kurzfassung.

  • @ SayTheTruth,
    und der Flughafen Berlin, die Staatsoper Hamburg und Stuttgart 21?
    Möglicherweise ist der gleiche Bauträger an allen diesen Objekten beteiligt, oder Laien bestimmen die Technischen Baudetails?!
    Wer sollte, bzw wer ist denn da zurück getreten oder wer haftet?

  • Richtig! Unstrittig!

    Erheben Sie auch die gleiche Forderung gegenüber den Verantwortlichen in den staatlichen Behörden?

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