Skiunfall: Bangen um Ministerpräsident Althaus

Skiunfall
Bangen um Ministerpräsident Althaus

Nach dem schweren Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten Althaus wollen die Ärzte heute über die weitere Behandlung entscheiden. Der 50-Jährige liegt mit einer Schädel-Hirn-Verletzung in einem Krankenhaus im österreichischen Schwarzach.

HB WIEN/ERFURT. Der Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten nach seinem schweren Skiunfall ist weiter stabil. Er habe eine ruhige Nacht verbracht, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Freitag in Erfurt. Althaus liege weiter im künstlichen Tiefschlaf. Die Ärzte im österreichischen Schwarzach wollen am Vormittag über den Gesundheitszustand berichten.

Althaus hatte sich am Neujahrstag beim Zusammenstoß mit einer anderen Skiläuferin auf der Piste in der Obersteiermark eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung zugezogen. Derzeit bestehe aber keine Lebensgefahr, sagte ein Arzt der behandelnden Salzburger Klinik. Die Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Behörden wollen am Vormittag in einer Pressekonferenz über den Unfallhergang berichten.

Althaus ist seit Juni 2003 Ministerpräsident des Landes Thüringen. Zuvor war er mehrere Jahre lang Kultusminister. Dem Landtag gehört er seit 1990 an. Bei der Landtagswahl am 30. August will er erneut als Spitzenkandidat antreten. Seit zwei Jahren ist Althaus auch Mitglied des Präsidiums der Bundes-CDU. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Nach Angaben der Polizei war Althaus am Nachmittag gegen 14.45 Uhr auf einer Piste auf der Riesneralm bei Donnersbachwald mit einer 41 Jahre alten Skiläuferin aus den USA zusammengestoßen. Laut Alpinpolizei ereignete sich der Unfall an einer gesicherten Kreuzung zweier Abfahrten. Althaus sei von einem Sicherheitsbeamten begleitet worden.

Bei dem ungebremsten Zusammenstoß wurde die Frau so schwer am Kopf verletzt, dass sie mit einem Rettungshubschrauber in das Landeskrankenhaus Rottenmann geflogen werden musste. Sie starb jedoch noch während des Transports. Inzwischen verzögerte sich der Transport von Althaus, der nach Angaben der Nachrichtenagentur APA nach dem Unfall zunächst noch ansprechbar gewesen war. In der Folge hätten sich aber Komplikationen ergeben. Althaus soll laut Bericht der APA um 18.15 Uhr im Krankenhaus eingetroffen und sofort im Schockraum behandelt worden sein.

Der Ministerpräsident wurde schließlich mit einem Rettungshubschrauber in das Kardinal Schwarzenbergsche Unfallkrankenhaus in Schwarzach im Pongau geflogen und gegen 18.15 Uhr auf die Intensivstation gebracht. Dort wurden eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung und eine leichte Gehirnblutung diagnostiziert. Althaus wurde in ein künstliches Koma versetzt.

"Derzeit besteht keine Lebensgefahr", sagte der zuständige Facharzt für Unfallchirurgie im Kardinal Schwarzenberg'schen Krankenhaus Schwarzach im Pongau Christoph Kollersbeck. Den körperlichen Allgemeinzustand könne er vorerst noch nicht beurteilen, sagte der Mediziner. Weitere Angaben wollte das Krankenhaus nicht machen. Zunächst müssten die Angehörigen verständigt werden.

Die "Thüringer Allgemeine" berichtet unter Berufung auf einen Polizeisprecher, dass Althaus einen Skihelm getragen habe, die bei dem Unfall gestorbene Frau jedoch nicht. "Das wird ihm vermutlich eine schwerere Verletzung erspart haben", sagte Siegmund Schnabel von der Polizei in Liezen, das in der Nähe des Unfallortes liegt, im MDR. Die Pistenkreuzung, an der sich der Unfall ereignete, sei mit Warnschildern und einem Netz gegen Kollisionen gesichert gewesen.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Mike Mohring, reagierte bestürzt auf die Nachricht von dem Unfall. Er sprach den Angehörigen der gestorbenen Skifahrerin sein Beileid aus. "Wir hoffen und beten, dass der Zustand des Ministerpräsidenten sich stabilisiert und er von seinen Verletzungen genesen wird", hieß es in einer Mitteilung. Die Amtsgeschäfte übernimmt vorübergehend Thüringens stellvertretende Ministerpräsidentin, Finanzministerin Birgit Diezel (CDU).

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