Snowden über BND-Affäre
„Es wird Industriespionage betrieben“

Die Affäre um den BND schlägt weiter Wellen: Jetzt meldet sich auch Edward Snowden zu Wort, der sich durch die Vorwürfe bestätigt sieht. Der NSA-Enthüller spricht von Industriespionage und Massenüberwachung.
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BerlinDer NSA-Enthüller Edward Snowden sieht seine Vorwürfe gegen die Geheimdienste durch die NSA/BND-Affäre bestätigt. „Jetzt liegen die Fakten auf dem Tisch. Die Massenüberwachung ist real, es wird Industriespionage betrieben, und die Nachrichtendienste arbeiten außerhalb der Wahrnehmung und der Kontrolle der gewählten Volksvertreter und der Justiz“, sagte er dem Magazin „Der Spiegel“.

Die Zahl der Suchbegriffe (Selektoren), die der BND von der NSA übernommen habe, sei atemberaubend. „Solche Zahlen können nur im Kontext von Massenüberwachung entstehen.“ In einem System mit funktionierender Aufsicht, in dem die Analysten ihre Suchbegriffe gegenüber Vorgesetzten begründen müssten, würden solche Größenordnungen nie zusammenkommen, sagte Snowden.

Eine derartige Kontrolle finde bei der NSA aber nicht statt. Analysten könnten dort „jeden Selektor eingeben, ohne dafür im Vorfeld einen Genehmigungsprozess durchlaufen zu müssen“. Eine Überprüfung finde in der Regel nur nachträglich und auf Zufallsbasis statt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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