Social Bots

AfD will im Wahlkampf Software-Roboter einsetzen

Mit Bots können automatisch Einträge in sozialen Netzwerken generiert werden. Weil sie das Meinungsbild verzerren, lehnen viele Parteien sie ab. Die AfD allerdings will im Bundestagswahlkampf 2017 Gebrauch davon machen.
Update: 21.10.2016 - 16:44 Uhr 8 Kommentare
Im Bundestagswahlkampf will die  Partei auf Social Bots setzen. Quelle: dpa
AfD

Im Bundestagswahlkampf will die Partei auf Social Bots setzen.

(Foto: dpa)

BerlinDie SPD hat die Ankündigung der AfD zum Einsatz von „social bots“ im Bundestagswahlkampf 2017 kritisiert, mit denen von Computern erzeugte Botschaften auf Twitter & Co verbreitet werden. „Mit der Ankündigung entlarvt sich die AfD mal wieder selbst“, sagte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die AfD hat offenbar kein Vertrauen in die eigenen Inhalte – sonst müsste sie nicht auf die Manipulation der öffentlichen Meinung zurückgreifen.“ Wahrscheinlich setze die rechtspopulistische Partei diese von Computern erzeugten Nachrichten oder Kommentare längst ein, etwa um Hasskommentare zu versenden. „Ich freue mich, dass alle demokratischen Parteien erklärt haben, solche Mittel nicht einsetzen zu wollen“, sagte sie mit Blick auf die anderen Parteien. CDU, CSU, SPD, Grüne und FDP hatten zuvor erklärt, dass sie selbst keine Bots einsetzen und darauf auch im Wahlkampf 2017 verzichten werden.

Die AfD will davon aber abweichen. „Selbstverständlich werden wir social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf einbeziehen“, sagte Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel dem „Spiegel“ laut Vorabbericht vom Freitag. „Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten.“

Bots – von „robots“ – werden von Computern generiert, um in sozialen Netzwerken etwa für bestimmte Positionen Stimmung zu machen. Sie vermitteln den Eindruck, als ob Menschen hinter Kommentaren etwa bei Twitter oder Facebook stehen. In Wahrheit aber fluten Computer mit künstlich erzeugten Identitäten bestimmte Seiten mit zustimmenden oder ablehnenden Kommentaren.

Im US-Wahlkampf werden sie derzeit zur Unterstützung der Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton eingesetzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich besorgt gezeigt, dass dieser Trend auch nach Deutschland schwappen könnte.

  • dpa
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8 Kommentare zu "Social Bots: AfD will im Wahlkampf Software-Roboter einsetzen"

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  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

  • Wenn es hilft Merkel und ihre Stiefelknechte wegzukriegen, dann immer los, um eine solche Regierung zu zerstören muss jedes legale Mittel recht sein.
    Den anderen "Spezialdemokratischen Parteien" hilft auch ein Computer nicht mehr weiter.
    Herr Europaeer hat aber Rückgrat, anders als seine Vorbilder aus der Politik der Altparteien, welche jetzt scharrenweise zur AfD überlaufen, die haben ein Rückgrat wie ein Räucheraal

  • Dann muss halt unser Minister Maas seine Säuberungstruppe vergößern bzw. dafür auch entsprechende Automaten anschaffen die in der Lage sind unliebsame Kritik zu löschen.

  • @ Herr Marcel Europaeer - 21.10.2016, 15:50 Uhr

    So geht's mir mit den ewig gleichen Ausreden der problemverursachenden Blockparteien, die alle die gleiche unannehmbare Politik betreiben. Keine Oppostion = keine Kontrolle und auch keine kritische Auseinandersetzung mit den Themen.

    Und dass die anderen Parteien das offiziell nicht einsetzn, entweder sie sind noch nicht so weit, wären es aber gerne
    oder
    jemand anderes tut es für sie
    oder
    sie haben davon genauso viel Ahnung wie bei der NSA-Spähaffäre (alle wissen es, keiner sagt was, sonst kommt raus, dass mans gewußt hat, blöd)

    Die Afd mischt die Parteienlandschaft endlich auf und die Parteien müssen sich von ihrem Einheitsbrei verabschieden. Es muss wieder eine echte Opposition geben, damit die Themen endlich wieder kritisch hinterfragt werden.

  • @M.E.

    Sie verwechseln offenbar BOTS mit den von Ihrer Zentralregierung eingesetzten Internet-Trollen.... ;-) Und wenn Sie über monotonen Sermon schwafeln, dann können Sie wohl nur Herrn Elmar Brok meinen. Der quatscht selbst einen Briefkasten noch in den Freitod.....

  • Ich war die Meinung, die Dinger seien schon lange für die AfD im Einsatz. Woher sollen denn sonst die ganzen monotonen Sermone pro AfD kommen, die in Kommentarspalten zu lesen sind?

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