Solar- und Windstrom
Energieagentur fordert Ende der Sonderförderung

Kanzlerin Angela Merkel will nach der Bundestagswahl das Erneuerbare-Energien-Gesetz reformieren. Der Chef der Deutschen Energie-Agentur schlägt einen extremeren Weg vor: „Das EEG sollten wir abschaffen.“
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BerlinDer Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler, fordert das Aus für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Das EEG in der heutigen Form sollten wir abschaffen“, sagte Kohler dem Handelsblatt. Kohler spricht sich dafür aus, den Ausbau von Windrädern und Solaranlagen nur noch zuzulassen, wenn die Anlagen sich ins System integrieren lassen.

Kohler will die Förderung der Erneuerbaren von Grund auf reformieren. Sein Konzept sieht vor, dass künftig zunächst die Netzbetreiber bekannt geben, wann und wo mit dem Ausbau von Leitungskapazitäten zu rechnen ist. Wo es die Netzkapazitäten zulassen, soll der Bau von Windrädern oder Photovoltaikanlagen ausgeschrieben werden: Die Betreiber mit dem günstigsten Angebot bekommen den Zuschlag.

Kohlers Konzept bricht mit ehernen Grundsätzen des EEG. So will er den Einspeisevorrang der Erneuerbaren abschaffen. Er garantiert die Einspeisung des Stroms aus erneuerbaren Quellen vor allen anderen Erzeugungsarten. Außerdem sollen die Produzenten von Strom aus erneuerbaren Quellen die Vermarktung ausschließlich selbst vornehmen. Bislang stehen ihnen die festen EEG-Vergütungen zu, die teilweise erheblich über den Preisen an der Strombörse liegen.

Die Direktvermarktung des Stroms geschieht heutzutage freiwillig, eine Rückkehr ins System der festen Vergütungen ist leicht möglich. Nach Kohlers Vorstellungen soll es für Neuanlagen spätestens 2020 nur noch die Direktvermarktung auf eigenes Risiko geben. „Der Selbstvermarktungsdruck bringt viele innovative Dienstleister an den Start“, ist sich der Dena-Chef sicher. Gesellschafter der Dena sind zu 50 Prozent die Bundesrepublik Deutschland, die staatliche Förderbank KfW (26 Prozent), Allianz, Deutsche Bank und DZ Bank (jeweils acht Prozent). Im Aufsichtsrat sind die Bundesministerien für Wirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz vertreten.

Die Parteien sind mit Blick auf eine EEG-Reform wesentlich behutsamer als der Dena-Chef. So hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zwar in den vergangenen Wochen mehrfach gesagt, dass EEG müsse reformiert werden. Den Einspeisevorrang stellt Merkel aber nicht in Frage. Im Regierungsprogramm von CDU und CSU heißt es, man wolle das EEG „weiterentwickeln“. Im Energie-Konzept der SPD heißt es, dass EEG müsse „grundlegend reformiert“ werden, der Einspeisevorrang solle aber erhalten bleiben.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Und Kohler war einer der Protagonisten in den 70igern der grünen Energieerzeugung, der kam vom Öko-Institut..

    und nun

    ein Berliner Vorzeigecharakter, ein Karriere-Adept, ein opportunistischer Untertan, den sein Geschwätz von gestern nicht mehr interessiert, der ewige Energie-Hanswurst, der glaubt, seine eigene Glaubwürdigkeit für seine letzte Karrierechance opfern zu können...

    und so bleibt er dann auch ein krähender Kasperkopf, der den jeweils Mächtigen nach dem Maul redet und sich selbst nicht mehr ernst nimmt...

  • Quamvis es sub aqua sub aqua maldicere temptas.
    Außer Beleidigungen nicht viel Substanz, Ihr Beitrag.
    Dipl.-Ing. Energietechnik? Klingt nicht gerade nach Universität.
    Beste Grüße vom Dr.-Ing. Elektrotechnik.

  • Hallo Herr "Ingenieur",

    Punkt 1 und 2 zeigt ausschließlich Ihre politische Gesinnung und ist dann aber völlig am Thema vobei.
    Punkt 3 zeigt das Sie keine Ahnung von der Stromwirtschaft haben.
    Zu Punkt 4: Die EEG Vergütung hat von 2009 bis jetzt verdoppelt. Die EEG Umlage hat sich aber von 2009 bis jetzt vervierfacht. Jeder halbintelligente Schimpanse/Ingenieur sollte bemerken, das hier was nicht stimmt und die EEG Umlage falsch berechnet wird (mit Absicht).
    Punkt 6 zeigt, dass Sie (wie auch die Algemeinheit) keinen Schimmer von der Funktion der Leipziger Strombörse haben. Das Problem ist, dass der Strom der Erneuerbaren relativ einfach in den Markt der konventionell gepresst wurde. Das ging solange gut, wie der Anteil der Ermeuerbaren relativ gering war. Mit 25% Erneuerbaren funktioniert der Strommarkt nicht mehr.
    Bei Punkt 7 ist zumindest die Überschrift korrekt. Der Rest ist geistiger Schwachsinn.

    Übrigens trage ich den Titel Dipl.-Ing. für Energietechnik

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