
BerlinBund und Länder haben sich auf eine Abmilderung bei der Kürzung der Solarförderung geeinigt. Nach Protesten der Länder sollen die Einschnitte bei Dachanlagen zum Teil geringer ausfallen. Für große Solarparks gibt es wie geplant 20 bis 30 Prozent weniger Förderung. Der am Mittwochabend im Vermittlungsausschuss beschlossene Kompromiss sieht zudem vor, dass die Solarförderung bei einer installierten Leistung von 52 000 Megawatt (MW) ausläuft. Derzeit sind es 28 000 MW. Die Förderkosten zahlen die Verbraucher über den Strompreis.
Für Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist die Einigung der erste Erfolg seiner noch jungen Amtszeit. Sein Vorgänger Norbert Röttgen (CDU) wollte aus Kostengründen härtere Einschnitte. Die Deckelung bei 52 000 MW könnte aber nach Expertenmeinung den von der Regierung nicht beabsichtigten Effekt auslösen, dass es zu einem rasanten Zubau an Solaranlagen kommt, um noch Fördergeld zu kassieren. Denn dies wird auf 20 Jahre garantiert gezahlt. Nach wochenlangen Verhandlungen soll es für größere Dachanlagen (10 bis 40 Kilowatt) mit 18,50 Cent je Kilowattstunde mehr Geld geben. Zunächst waren 16,50 Cent geplant.
Auf Einfamilienhäusern werden typischerweise Anlagen verbaut, die bis zu fünf Kilowatt Peak (kWp) leisten. Unter sehr guten Bedingungen können pro Kilowatt Leistung jährlich bis zu 1.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.
Die Angabe Kilowatt Peak beschreibt die maximal mögliche Leistung der Anlage. Wie viel Strom tatsächlich erzeugt wird, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie sonnenreich ist das Gebiet? Befindet sich die Anlage auf dem Dach in Richtung Süd/Südwesten? Ist die Dachneigung gut (20 bis 40 Grad)? Fällt Schatten auf die Anlage? Und haben die Module eine gute Qualität? Zudem nimmt die Leistungsfähigkeit jährlich etwas ab.
Laut Preisübersicht der Stiftung Warentest liegt der Preis für Kleinanlagen mit einer Spitzenleistung von bis zu zehn Kilowatt pro Kilowatt bei etwa 2.000 Euro, ohne Mehrwertsteuer.
Die Stiftung Warentest hat die Rendite für Solarstromanlagen, die im Februar in Betrieb genommen wurden, berechnet. In der Rechnung wurde ein Eigenverbrauch von 20 Prozent angenommen, jährliche Betriebskosten von 1,5 Prozent des Anlagepreises, die jährlich um 1,5 Prozent steigen. Zudem wurde mit einem jährlich um 0,25 Prozent sinkenden Stromertrag und einer Finanzierung nur mit Eigenkapital gerechnet. Für die bei Eigenverbrauch gesparten Stromkosten wurden anfänglich 24 Cent je Kilowattstunde angenommen, mit einer jährlichen Steigerung um drei Prozent.
Wer seine Anlage für 2.000 Euro pro Kilowatt Leistung gekauft hat und damit pro Jahr und Kilowatt Leistung 850 Kilowattstunden Strom produziert, erzielt in 20 Jahren eine Rendite von 7,3 Prozent – sofern die Anlage im Februar 2012 in Betrieb genommen wurde und der Eigentümer sich damit noch eine Einspeisevergütung von 24,43 Cent/kWh und für den selbstgenutzten Strom die Vergütung von 8,05 Cent/kWh sichern konnte.
Damit soll auch der deutschen Solarindustrie geholfen werden, die wegen der Billigkonkurrenz aus China unter starkem Druck steht. Die Kürzungen sollen rückwirkend zum 1. April gelten und bei den Vergütungszahlungen entsprechend verrechnet werden. Werden pro Jahr mehr als 3500 Megawatt zugebaut soll es automatisch weitere Absenkungen bei der Förderung geben. Große Solarparks über 10 Megawatt bekommen keine Förderung. Bevor die 52 000-Megawatt-Grenze erreicht ist, soll die dann regierende Bundesregierung einen neuen Vorschlag machen, wie es mit der Solarenergie weitergehen soll.
Die Länder hatten weitergehende Kürzungspläne der Koalition von Union und FDP im Mai mit einer Zweidrittelmehrheit im Bundesrat blockiert. Alle Beteiligten wollen das Speichern von Solarstrom forcieren, damit eine Antwort auf die schwankende Erzeugung aus Sonnenenergie gefunden wird. Noch 2012 soll die Regierung ein neues Förderprogramm mit zinsvergünstigten Krediten für dezentrale Speicher auf den Weg bringen. Dies soll in einer Protokollerklärung der Regierung geregelt werden.

Für die Offshore-Windkraftanlagen müssen die gleichen Bedingungen wie für die großen Solarparks gelten - keine Förderung.
Wir brauchen die Offshore-Windparks nicht, denn diese sind zu teuer und zu wartungsintensiv. Der Aufwand, der getrieben werden muß, damit diese Anlagen ans Netz kommen, ist einfach zu groß.
1 Kommentar
Alle Kommentare lesen