Sonderbeauftragter prüft Bildung
Uno inspiziert deutsches Schulsystem

Seit gestern ruht das kritische Auge eines Uno-Inspekteurs für Menschenrechte auf dem deutschen Schulsystem. Zehn Tage untersucht der Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, Vernor Muñoz Villalobos, Schulen, Kindergärten und Hochschulen in Berlin, Potsdam, München und Bonn.

BERLIN. Der Rechtsprofessor und Erziehungswissenschaftler aus Costa Rica will nicht nur den Zugang zu Bildung, sondern auch deren Qualität prüfen – besonders für Migrantenkinder und sozial Benachteiligte. Am 21. Februar wird er ein erstes Fazit ziehen, der vollständige Bericht folgt 2007. In den vergangenen Jahren hat Muñoz das Bildungssystem in Ländern wie Botswana, China und Kolumbien inspiziert – aber auch in den USA und Großbritannien.

Die Überprüfung trifft einen wunden Punkt des deutschen Schulsystems: Vor allem die internationalen Pisa-Studien der Jahre 2000 und 2003 hatten ergeben, dass in keinem anderen Industrieland der Schulerfolg so eng an die soziale Herkunft gekoppelt ist wie hier zu Lande. Die Iglu-Studie hatte gezeigt, dass die Chance von Akademikerkindern, ein Gymnasium zu besuchen, um ein Vielfaches höher ist als die gleich begabter Arbeiterkinder.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die Muñoz gestern traf, gab sich aber gelassen. Sie sagte, dass das deutsche System in den letzten Jahren sehr viel Chancengleichheit vermittele. Die CDU-Politikerin verwies auf den hohen Prozentsatz der Schüler mit einem Abschluss der Sekundarstufe II, wozu auch Berufsabschlüsse zählen. Nun gehe es darum, dies auch in den ersten Bildungsjahren sicherzustellen. Der Zeitpunkt für die Uno-Inspektion sei günstig, so Schavan: „So viel Reform, wie es im Moment in unseren Schulen gibt, gab es seit 50 Jahren nicht mehr.“ Zugleich wies sie jede Debatte über Schulstrukturen zurück.

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