Sonderentwicklung auf Wiedervereinigung zurückzuführen
In Deutschland mehr Ältere arbeitslos als in anderen Ländern

In Deutschland sind im Vergleich zu anderen großen Industrienationen einer Studie zufolge Personen über 55 Jahre überdurchschnittlich oft von Arbeitslosigkeit betroffen. Hingegen steht Deutschland bei der Jugendarbeitslosigkeit deutlich besser da als vor allem viele EU-Staaten.

Reuters WIESBADEN. Nach einer am Montag vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Analyse über Trends am deutschen Arbeitsmarkt waren 2002 in Deutschland 11 % der über 55-Jährigen arbeitslos. In den USA, Großbritannien und Italien hingegen seien deutlich weniger als 5 % dieser Altersgruppe von Erwerbslosigkeit betroffen gewesen. Auch liege in diesen Ländern die Quote der Arbeitslosen über 55 Jahren unter der jeweiligen Gesamt-Erwerbslosenquote. Hauptgrund für die deutsche Sonderentwicklung seien die Folgen der Wiedervereinigung, da in Ostdeutschland besonders viele ältere Arbeitnehmer in Industriezweigen und der Agrarwirtschaft beschäftigt gewesen seien, wo viele Betriebe geschlossen wurden.

Diametral entgegengesetzt sei das Ergebnis im Bezug auf Jugendarbeitslosigkeit, heißt es in dem Bericht weiter. Während in Deutschland die Jugendarbeitslosigkeit bei gut 9 % lag, waren in den EU-Staaten Italien 27 %, in Spanien 21 % und in Frankreich 19 % der Jugendlichen arbeitslos. Das relativ gute deutsche Abschneiden sei zum Teil auf das duale System von betrieblicher und schulischer Ausbildung zurückzuführen, das schon früh eine Bindung der Auszubildenden zu den jeweiligen Betrieben schaffe.

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