Sonderparteitag
Budde wird neue SPD-Chefin in Sachsen-Anhalt

An der Spitze von Sachsen-Anhalts Sozialdemokraten steht erstmals eine Frau: Katrin Budde ist am Samstag auf einem Sonderparteitag zur neuen Landesvorsitzenden gewählt worden. Sie setzte sich deutlicher als erwartet gegen Amtsinhaber Holger Hövelmann durch.
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HB MAGDEBURG. An der Spitze von Sachsen-Anhalts Sozialdemokraten steht erstmals eine Frau: Katrin Budde ist die neue Chefin der SPD in Sachsen-Anhalt. Sie setzte sich mit 60 von 102 Stimmen deutlicher als erwartet gegen Amtsinhaber Holger Hövelmann durch. Für Hövelmann votierten 41 Delegierte, einer enthielt sich der Stimme.

Die Wahl war nötig geworden, weil der Landesvorstand nach dem schlechten Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl im September geschlossen zurücktrat. Sowohl Budde als auch Hövelmann hatten vor den Delegierten eingeräumt, dass von der SPD selbst verschuldete Fehler bei Hartz IV, Rente mit 67 und Mehrwertsteuererhöhung auf Bundesebene sowie innerparteiliche Querelen im Land zu dem Wahldebakel beigetragen hatten.

"Wir dürfen Reformen nicht nur am Reißbrett planen, sondern wir müssen die Leute mitnehmen", forderte Budde ihre Parteifreunde auf. Die SPD sei für sie eine linke Volkspartei, die Politik aus der Mitte für die Mitte der Gesellschaft mache. "Links zu sein ist für mich keine wissenschaftliche Kategorie, sondern eine politische Haltung und ein Lebensgefühl", versicherte sie.

Budde vertritt die Sozialdemokraten von Anfang an im Landtag Sachsen-Anhalts, wo sie seit 2006 Vorsitzende ihrer Fraktion ist. Die heute 44-Jährige gehörte 1989 zu den Gründungsmitgliedern der SPD in ihrer Heimatstadt Magdeburg. 2001/2002 war die Diplom-Ingenieurin Wirtschaftsministerin in Sachsen-Anhalt und von 1998 bis 2002 stellvertretende SPD-Landesvorsitzende. Katrin Budde ist verheiratet und Mutter von Zwillingen.

Bullerjahn bekräftigt Anspruch auf Spitzenkandidatur

Holger Hövelmann stand seit 2004 an der Spitze des SPD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt. Mit Jens Bullerjahn bildete er in der Partei lange eine Doppelspitze, bis sich Innenminister Hövelmann und Finanzminister Bullerjahn Anfang des Jahres öffentlich um die Verwendung der Konjunkturmittel stritten. Auch für die SPD-Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2011 hatten anfangs beide Politiker Ambitionen. Hövelmann verzichtete darauf inzwischen. Der derzeitige Regierungs-Vizechef der CDU-SPD-Koalition Bullerjahn bekräftigte auf dem Parteitag erneut: "Ich möchte Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt werden".

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