Sondierung
Thüringen: SPD und Grüne reden mit der Linken

In der Thüringen haben sich SPD, Grüne und Linkspartei zusammengesetzt, um auszuloten, ob sie gemeinsam eine Koalition bilden könnten. Nach dem ersten Sondierungsgespräch äußerte sich SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie optimistisch über die Chancen für ein rot-rot-grünes Bündnis.

HB ERFURT. "Alle drei gleichberechtigten Partner haben ein großes Interesse, zueinander zu kommen", sagte Matschie am Montagnachmittag in Erfurt. Ein Problempunkt ist aber der Umgang der Linkspartei mit der DDR-Vergangenheit.

In diesem Zusammenhang sei über schwierige Fragen gesprochen worden, sagte Matschie. Ähnlich äußerte sich Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. Entscheidend für die Grünen sei, wie man in einer Regierung grüne Inhalte durchsetzten könne.

Matschie sprach von einem sehr guten und offenen Gespräch. Bis Mitte kommender Woche wolle man zum Abschluss kommen. "Wir haben schwierige Jahre vor uns." Insgesamt wurden drei weitere Sondierungsgespräche vereinbart. Zum Schluss werden Personalfragen beraten. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir zu einem Ergebnis kommen", sagte Matschie. Entscheidend sei, dass sich jede der drei Parteien inhaltlich und personell wiederfinde.

Der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, sagte, es gehe um drei gleichberechtigte Partner, die über ihre Prinzipien und noch nicht über ihr Personal gesprochen hätten. "Man wird sich in Deutschland an ein verfestigtes Fünf-Parteien-System gewöhnen müssen", sagte Ramelow.

Bei der Landtagswahl erreichten die Grünen 6,2 Prozent der Stimmen. Sie könnten gemeinsam mit den Linken, die 27,4 Prozent erzielten, und der SPD, die auf 18,5 Prozent kam, in einem Dreierbündnis das Land regieren. Denkbar wäre aber auch eine Koalition der Sozialdemokraten mit der CDU, die mit 31,2 Prozent stärkste Kraft in Thüringen wurde.

Zwischen SPD und Linken gab es nach der Wahl zunächst Streit darüber, wer den Ministerpräsidentenposten bekommen könnte. Dies beansprucht die SPD, obwohl sie nur Juniorpartner in einer Koalition wäre. Ramelow erklärte aber in der vergangenen Woche, für ein rot-rot-grünes Bündnis auf das Amt zu verzichten. Am Montagabend wollte die SPD auch erneut mit der CDU reden.

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