Sondierungsgespräche
FDP will mit Müntefering nicht einmal reden

Liberalen-Chef Guido Westerwelle hat eine schriftliche Einladung des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering zu Sondierungsgesprächen über eine Ampelkoalition ausgeschlagen. Eine Aussage zu einer scharz-gelben Koalition vermied Westerwelle hartnäckig.

HB BERLIN. "Ich appelliere an die Sozialdemokraten, weitere Liebesbriefe und weiteres Werben jetzt zu unterlassen", sagte Westerwelle am Dienstag. Die Einladung Münteferings habe er bereits schriftlich ausgeschlagen. Wenn nun weitere Angebote über die Medien erfolgten, sei das "fast eine unsittliche Belästigung". Westerwelle versprach: "Die Sozialdemokraten kriegen von uns keine Stimme, um eine Ampel ins Amt zu bringen". Dies sei die klare Haltung der gesamten FDP-Fraktion. Die Gremien der Liberalen hätten einstimmig beschlossen, dass es mit der SPD nichts zu besprechen gebe.

Gedankenspiele von Unions-Politikern wie Georg Milbradt und Christoph Böhr, die am Dienstag eine unionsgeführte Minderheitsregierung ins Gespräch gebracht hatte, bezeichnete Westerwelle als "spekulativ". Er wisse auch nicht, ob es Abgeordnete gebe, die eine rot-rot-grüne Koalition verhindern wollten und daher bei der Kanzlerwahl für ein schwarz-gelbes Bündnis stimmen würden.

Fragen von Journalisten, ob die FDP auch mit den Grünen über eine "Jamaika-Koalition" reden wolle, beantwortete Westerwelle mit dem Hinweis, den Auftrag zur Regierungsbildung habe die Union, weil sie stärkste Fraktion geworden sei. Er und Fraktionschef Wolfgang Gerhardt würden sich zunächst anhören, was CDU-Chefin Angela Merkel und der CSU - Vorsitzende Edmund Stoiber zu sagen hätten. Die FDP wolle unverändert Schwarz-Gelb und damit einen Politikwechsel.

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