Sondierungsgespräche
Jamaika-Unterhändler wollen Milliarden-Investitionen in Bildung

Verbesserte Rahmenbedingungen an Schulen und zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Bildung und Forschung bis 2025. Das wollen alle Jamaika-Unterhändler – und dafür viel Geld ausgeben.
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BerlinDie Jamaika-Unterhändler peilen Investitionen von bis zu zwölf Milliarden Euro im Bereich Bildung, Forschung und Innovation an. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf für das Abschlusspapier der zweiten Sondierungsrunde zu diesem Themenkomplex hervor. Allerdings stand die Höhe der Ausgaben den Angaben zufolge unter Finanzierungsvorbehalt. Die Unterhändler von CDU, CSU, FDP und Grünen wollten über das Papier im Laufe des Tages weiter beraten. Die möglichen Partner wollen erreichen, dass bis 2025 für Bildung und Forschung insgesamt mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufgewendet werden.

Einig waren sich die Unterhändler auch, dass die Rahmenbedingungen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen verbessert werden sollen. Dafür sind offenbar 3,5 Milliarden Euro vorgesehen. Offen war aber, wie weit die bisher durch das Kooperationsverbot eingeschränkte Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen bei der Bildung gelockert werden soll.

CDU/CSU wollen in einer vorläufigen Formulierung das Kooperationsverbot mit den Worten „Die föderale Kompetenzverteilung wollen wir erhalten“ quasi festschreiben - FDP und Grüne visierten eine weitergehende Öffnung an. Man wolle „die Zusammenarbeit und Kooperationskultur zwischen Bund, Ländern und Kommunen im Bildungsbereich weiter stärken und die dafür notwendigen verfassungsrechtlichen Änderungen vornehmen“.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sollen nach dem Papier bis 2025 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Auch der Bund werde dafür seinen Anteil erbringen. In dem Entwurf stehen dafür 3,4 Milliarden Euro. Zur Stärkung der beruflichen Bildung etwa über einen Berufsbildungspakt wollen die Jamaika-Parteien eine Milliarde Euro locker machen, ebenso für den Bereich lebensbegleitendes Lernen. Eine weitere Milliarde ist für eine Modernisierung der Studienfinanzierung vorgesehen – das Schüler-, Studierenden- und Meister-Bafög.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sondierungsgespräche: Jamaika-Unterhändler wollen Milliarden-Investitionen in Bildung"

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  • Jamaika ist sehr fortschrittlich im Gegensatz zu unseren Politikern und auch ein Dritte-Welt-Land das zur EU passt. Über 90% der Bevölkerung sind afrikanischen Ursprungs und damit ein Muster-Land für die Umvolkung Europas, kann man doch
    das gewünschte Ergebnis vorab betrachten. Insgesamt dürfte Jamaika der Traum eines jeden Bärenwerfers sein, also weiter so und auf nach Jamaika.

  • Harvard, Standard, Yale, Princeton, MIT, Oxford, Cambridge, ETH & Co. wird dieser Tropfen auf den heißen Stein so zumindest keine Konkurrenz werden können.

    Zumindest Zahlentechnisch betrachtet.

  • So sieht auch die Politik in ganz Deutschland aus, wenn Theorie und Praxis aufeinandertreffen und die Computer und sonstiges Equipment von den meisten Lehrer/-innen nicht einmal richtig benutzt werden kann.

    Zumindest haben dann alle Kinder Zugang zur digitalen Welt. Auch ein schöner Grundgedanke von den Jamaikanern. Es fehlt dann nur noch ein erlaubter Joint dazu.

    Nur mit Investitionen in den Firmen reicht auch nicht alleine.

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