Sondierungsgespräche
Müntefering buhlt hartnäckig um FDP

Obwohl sich Liberalen-Chef Guido Westerwelle weitere "Annäherungsversuche" der SPD verbeten hat, lässt Franz Müntefering nicht locker: Nach dem ersten Sondierungsgespräch mit den Grünen forderte der SPD-Vorsitzende die FDP auf, sich nicht länger zu verweigern.

HB BERLIN. Müntefering sagte nach dem Treffen mit den Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer: "Wer sich verweigert, verweigert sich dem, was Demokratie von Politikern erwarten muss." Rot und Grün könnten sich eine weitere Zusammenarbeit vorstellen. "Aber wir wissen, es muss ein Dritter mit an den Tisch", so der SPD-Chef. Westerwelle hatte Münteferings schriftliche Einladung zu einem Sondierungsgespräch über eine "echte" Ampelkoalition am Dienstag in einem Brief abgelehnt und sich weitere "Liebesbriefe" zu sparen.

Die Grünen-Parteispitze äußerte sich nach dem Treffen jedoch außerordentlich skeptisch über ein Bündnis mit der FDP geäußert. Eine Ampel-Koalition würde bedeuten, "dass sich die FDP über weite Strecken neu erfindet", stellte Roth klar. Vor allem im ökologischen Bereich und bei den Sozialreformen seien die Liberalen "Antipode" zu den Grünen, ergänzte Co-Chef Bütikofer.

Roth unterstrich die Verantwortung der Grünen für die Bildung einer stabilen Regierung. Sie machte deutlich, dass die Grünen aber "Inhalte vor Macht" stellten. Die Rolle der Grünen sei nicht, "Mehrheitsbeschafferin für eine Richtung zu sein, die wir im Wahlkampf bekämpft haben". Bütikofer äußerte sich auch skeptisch darüber, ob CDU-Chefin Angela Merkel die neue Kanzlerin sein werde.

SPD und Grüne hätten zusammen eine Mehrheit mit der FDP. Die SPD hat sich bisher nicht darauf festgelegt, ob sie eine Ampelkoalition oder eine große Koalition anstrebt. Ein Zusammengehen mit der Union wird jedoch dadurch erschwert, dass die jeweiligen Spitzenkandidaten Gerhard Schröder und Angela Merkel jeweils die Kanzlerschaft beanspruchen.

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