Sondierungsgespräche
SPD und CDU kuscheln in Berlin

SPD und CDU sind sich nach den ersten Sondierungsgesprächen überraschend einig. Das setzt die Grünen unter Druck: Ihr Nein zum Weiterbau der A100 ist wohl nicht zu halten, wenn sie in der Hauptstadt mitregieren wollen.
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Eigentlich ging es in dieser Sondierungsrunde zwischen SPD und CDU in Berlin gar nicht um sie. Doch die Grünen sind am Donnerstag eindeutige Adressaten der Botschaft von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD): Mit der CDU können wir uns ohne größere Probleme auf ein Regierungsprogramm einigen, doch eigentlich wollen wir lieber mit Euch koalieren - wenn Ihr uns entgegenkommt. Dabei dürfte er an die großen Infrastrukturprojekte gedacht haben, besonders die Stadtautobahn A100, über die es mit der CDU keinen Dissens gibt. Offiziell klingt das bei Wowereit so: „Ich habe den Eindruck, den ich mir gewünscht habe, Optionen zu haben.“

Zu mehr ließ sich Wowereit angesichts vieler zuvor bekundeter Schnittmengen mit der CDU aber nicht hinreißen. Das neue Vertrauen zueinander, das bei den Grünen noch so betont wurde, wurde mit der CDU gar nicht erwähnt. Erkennbar fremdeln der SPD-Regierungschef und der CDU-Landes- und Fraktionschef Frank Henkel sowie die weiteren jeweils vier Mitglieder der Sondierungskommissionen miteinander. Da huscht kaum ein Lächeln über die betont ernsten und sachlichen Gesichter. Von Spaß - wie am Vortag - ist schon gar nicht die Rede.

Dabei klingen die Aussagen über die knapp dreieinhalbstündigen Gespräche zwischen Sozial- und Christdemokraten im Roten Rathaus positiv und relativ konfliktfrei. Wieder werden die „sehr sachlichen Gespräche in konstruktiver Atmosphäre“ geschildert. Man sei alle wichtigen Sachthemen durchgegangen und an keinem Punkt hätten sich trotz mancher Unterschiede unüberwindbare Differenzen aufgetan, sagten Wowereit und Henkel in seltener Einmütigkeit.

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