Sonntag letzte Sendung
Ohne Jauch geht's auch

Mit Sologast Wolfgang Schäuble wird Günther Jauch am Sonntag seinen ARD-Talk beenden – nach vier Jahren mit viel Talkshow-Durchschnitt. Aber auch mit Schweigeminute, Stromausfall, Gästemätzchen und Mittelfinger-Eklat.
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BerlinDer Reim „Ohne Jauch geht's auch“ kursierte schon 2007. Damals waren Bemühungen der ARD erst mal gescheitert, den beliebten RTL-Show-Gastgeber Günther Jauch als politischen Journalisten ins öffentlich-rechtliche Erste zu lotsen.

2011 waren diese Bemühungen dann geglückt. Am hoch symbolischen Datum 11. September startete die von Jauch moderierte und seiner eigenen Firma produzierte ARD-Talkshow „Günther Jauch“ im ARD-Programm doch noch.

Ab 2016 später wird's wieder ohne Jauch gehen müssen. Am Sonntag wird er unter dem sinnigen, freilich auf die Bundespolitik und Sologast Wolfgang Schäuble bezogenen Titel „Am Ende eines Krisenjahrs“ seine ARD-Talkshow letztmals moderieren.

Gescheitert ist Jauch nicht aus Sicht der ARD, die ihm eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags angeboten hatte, sondern eher nach eigener Ansicht. „Sowohl aus beruflichen als auch aus privaten Gründen“ habe er das Angebot nicht angenommen, ließ er im Juni mitteilen.

Tatsächlich hat Jauch mit dieser Entscheidung recht. Im Fernsehgenre Talkshow ist er nicht nur seinen eigenen hohen Ambitionen (die er etwa 2009 im „Zeit“-Magazin äußerte) nicht gerecht geworden. Er hat keine eigenen Akzente gesetzt, sondern ist mitgeschwommen in der Talkshowflut. Diese oft strapazierte Metapher ist in vielen Zusammenhängen problematisch, auf den Boom der Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aber passt sie.

Unter marktschreierisch-nichtssagenden Sendungstiteln à la „Klartext in der Krise“ (2011 mit Helmut Schmidt) und zunehmend unter suggestiv sensationsheischenden Titeln hat Jauch einfach zur Flut beigetragen. „Countdown zum Staatsbankrott – Scheitert die Griechenland-Rettung?“, „Showdown im Schuldenstreit – Was wird aus Griechenland?" und „Die Entscheidung der Griechen – Schicksalstag für Europa?“ hießen seine Sendungen an drei Sonntagen nacheinander im Sommer 2015.

Die relativen Meriten, vergleichsweise hohe Einschaltquoten zu erzielen, haben wenig bis nichts mit dem Moderator zu tun, sondern mit dem einst von Sabine Christiansen etablierten Sendeplatz im Anschluss an das gesamtgesellschaftlich funktionalste Fernseh-Lagerfeuer „Tatort“.

Kommentare zu " Sonntag letzte Sendung: Ohne Jauch geht's auch"

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  • Zeit klauen?

    Na ja, es entscheidet ja immer noch jeder selbst, wie er seine Zeit zubringt.

    Es gibt Menschen, die Jauch gerne geguckt haben, es gibt Menschen, die ihn nicht geguckt haben, vermutlich weil sie nicht viel Spaß dran hatten, aber die Gruppe von Menschen, die ihn geguckt haben und sich hinterher darüber ärgerten.... und die das dann jeden Sonntag wieder getan haben... je nun, schätze, die haben es nicht besser verdient!

    Und die haben bei Anne Will die große Chance, das Ritual jeden Sonntag Abend fortzusetzen: Show anschauen, währenddessen schimpfen, hinterher noch mehr schimpfen und nächsten Sonntag wieder gespannt vor dem Fernseher sitzen...

    Er hatte seine Quote, damit hat die ARD wohl richtig gelegen, die Gebühren für ihn auszugeben, und wer ein eigenes Leben hat, das nicht auf Fernsehen angewiesen ist, dem wird es eh egal sein, mit Jauch, Christiansen oder mit Will.

  • >> Ohne Jauch geht's auch >>

    Gott sei Dank klaut uns dieser Clown nicht mehr die Zeit am Sonntag !

    Das war wohl der Größte Reinfall, einem dilettantischen Rate-Männchen die Regie solcher Talk-Runden zu überlassen !

    Mal schauen, was nach dieser Jauche kommt !

  • Da werde ich nicht vermissen, was ich bisher auch schon nicht angesehen habe.

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