«Sorge gewiss unbegründet»: Clement erwartet irakische Aufträge

«Sorge gewiss unbegründet»
Clement erwartet irakische Aufträge

Deutsche Firmen können nach Ansicht von Wirtschaftsminister Clement mit Großaufträgen zum Wiederaufbau Iraks rechnen. Er setzt dabei auf alte Beziehungen aus der Vor-Saddam-Zeit.

HB BERLIN. Die Bundesregierung geht davon aus, dass deutsche Unternehmen nach Etablierung einer souveränen Regierung in Irak eine Reihe von Großaufträgen zum Wiederaufbau des Landes erhalten. Das sagte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) der «Welt am Sonntag». «Deutsche Firmen hatten vor der schrecklichen Saddam-Zeit beste Beziehungen zum Irak.» Das Ansehen deutscher Unternehmen im arabischen Raum sei «außerordentlich gut».

Die Sorge, dass deutsche Unternehmen in Irak außen vor blieben, sei «gewiss unbegründet». Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte im Dezember erklärt, die Gegner des Irak-Krieges würden bei der Auftragsvergabe für den Wiederaufbau Iraks ausgeschlossen. Dies war auf massiven Protest in Deutschland und Frankreich gestoßen.

Auch der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans Olaf Henkel, rechnet für deutsche Firmen mit Großaufträgen aus Irak. «Ich unterstütze die optimistische Betrachtungsweise des Wirtschaftsministers zu 100 Prozent», sagte Henkel der «Welt am Sonntag». «Wir werden vielleicht nicht die ersten Auftragnehmer werden, aber trotzdem das große Geschäft machen.» Henkel begründete seine Einschätzung damit, dass deutsche Unternehmen in der Region besser etabliert seien als die Amerikaner.

Die deutsche Wirtschaft erwartet Auftrage aus Irak vor allem, seit irakische Mitglieder des Regierungsrates signalisiert hatten, die vom 1. Juli an amtierende souveräne Übergangsregierung wolle entgegen der Absicht der US-Besatzungsmacht auch Kriegsgegner wie Deutschland am Wiederaufbau beteiligen.

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