Sorge um Air-Berlin-Allianz mit Etihad
CDU-Politiker attackieren Luftfahrtbundesamt

Die Fluggesellschaft Etihad und ihr Partner Air Berlin steuern auf schwere Zeiten zu. Die Araber müssen auf 34 Flugverbindungen verzichten. In der CDU stößt die Entscheidung des Luftfahrtbundesamts auf scharfe Kritik.
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BerlinDass das Luftfahrtbundesamt (LBA) der staatlich kontrollierten arabischen Fluggesellschaft Etihad, die Großaktionär von Air Berlin ist, Flugrechte für Verbindungen von deutschen Flughäfen verweigert, stößt in der CDU auf harsche Kritik. Dabei geht es um sogenannte Code-Share-Rechte für Flüge, die zwar von der Air-Berlin-Flotte geflogen werden, aber zusätzlich eine Flugnummer von Etihad tragen und somit auch Etihad-Flüge sind.

„Da die Codeshares bisher stets genehmigt wurden, trifft die Entscheidung des Luftfahrtbundesamtes auf mein scharfes Unverständnis“, sagte der Generalsekretär der Berliner CDU, der Bundestagsabgeordnete Kai Wegner, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Air Berlin als zweitgrößtes deutsches Luftfahrtunternehmen unternehme große Anstrengungen, um sich in einem schwierigen Marktfeld zu behaupten. „Es ist bedenklich, wenn das Luftfahrtbundesamt der Fluggesellschaft jetzt Knüppel zwischen die Beine wirft.“

Scharfe Kritik kommt auch vom Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler. Er hält das Vorgehen der Bundesbehörde für wirtschaftlich fragwürdig. „Bei der zunehmenden Konkurrenz der Fluggesellschaften auf den Langstrecken wird es ohne Zusammenarbeit über Europa hinaus, langfristig keine ertragfähigen Geschäftsmodelle geben. Die Entscheidung des Luftfahrtbundesamts gefährdet Arbeitsplätze bei Air Berlin“, sagte Bäumler dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Das Luftfahrtbundesamt müsse nun erklären, warum in den letzten Jahren die betreffenden Codeshares genehmigt wurden.

Auch der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel äußerte Kritik. „Die Kooperation zwischen Air Berlin und Etihad ist entscheidend für die Zukunft von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft“, sagte Steffel dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Das Verbot zahlreicher Code-Share-Flüge der beiden Fluggesellschaften durch das LBA erfülle ihn daher mit Sorge, besonders im Hinblick auf die vielen Arbeitsplätze. „Es muss daher alles unternommen werden, den Sachverhalt zu klären und das Verbot doch noch abzuwenden.“

Das Bundesverkehrsministerium nimmt bereits die früheren Genehmigungen für die nun vom Luftfahrt-Bundesamt untersagten Codeshare-Flüge unter die Lupe. In Regierungskreisen hieß es dazu am Sonntag, es werde nun geprüft, wieso die Genehmigungen zuvor erteilt worden waren.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge hätten die gemeinsamen Flugverbindungen der Fluggesellschaften nicht genehmigt werden dürfen. Das gehe aus einer Zusatzvereinbarung zu einem Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten hervor, berichtet das Magazin.

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