Sorgen wegen Hartz IV ernst nehmen
Schröder mahnt zu Solidarität mit dem Osten

Bundeskanzler Schröder hat Verständnis für die Montagsdemonstrationen und Proteste gegen Hartz IV geäußert. Die Sorgen und Ängste der Ostdeutschen müssten ernst genommen werden, sagte er.

HB BERLIN. Nach Meinung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) werden die Proteste der Ostdeutschen gegen die Arbeitsmarktreformen von begrenzter Dauer sein. Er sei aber überzeugt, dass langfristig die Einsicht wachsen werde, dass die jetzt getroffenen Entscheidungen notwendig und richtig seien, sagte er der Zeitschrift «Super Illu». Dann werde man auch wieder in einen besseren Dialog kommen, ohne Montagsdemos und Eierwürfe, meinte Schröder.

Schröder erwartet von den Ostdeutschen nach eigenen Angaben keine Dankbarkeit. Wer das in der Politik erwarte, sei «fehl am Platze». Ihm sei bewusst, dass er von denjenigen kurzfristig keine Zustimmung erwarten könne, die sich von den notwendigen Veränderungen des Sozialstaates zu Recht oder zu Unrecht betroffen fühlten.

Schröder äußerte überdies Verständnis für die Reaktionen der vermeintlich Betroffenen. «Wenn bei den Montagsdemonstrationen 100.000 Ostdeutsche auf die Straße gehen, sind das 100.000 Menschen, deren Sorgen und Ängste man ernst nehmen muss», sagte er. Zugleich mahnte er die Westdeutschen, dem Osten nicht den Rücken zu kehren. Dort sei man «weiterhin auf die Solidarität des Westens angewiesen», sagte der Kanzler.

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