Sozialausgleich

Krankenkassen drohen mit höheren Beiträgen

Die Krankenkassen rechnen wegen der schwarz-gelben Gesundheitspolitik mit zusätzlichen Kosten für die Versicherten. Ihre Warnung: Die meisten Bürger müssen den Sozialausgleich womöglich bald selbst bezahlen.
Update: 31.07.2011 - 22:05 Uhr 11 Kommentare
Die Krankenkassen drohen damit, Zusatzkosten an die Versicherten weiterzureichen. Quelle: dpa

Die Krankenkassen drohen damit, Zusatzkosten an die Versicherten weiterzureichen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Krankenkassen rechnen wegen der schwarz-gelben Gesundheitspolitik mit zusätzlichen Kosten für die Versicherten. Anders als von der Bundesregierung versprochen müssten die meisten Bürger den Sozialausgleich, mit dem übermäßige Belastungen durch Zusatzbeiträge der Kassen verhindert werden sollen, bald selbst bezahlen, sagte die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkasse, Doris Pfeiffer, der „Welt“ laut Vorabbericht vom Sonntag.

Damit breche die Bundesregierung ein zentrales Versprechen ihrer Gesundheitsreform, wonach der Sozialausgleich komplett aus Steuergeldern finanziert werden sollte.  Dem Bericht zufolge bereitet den Kassen vor allem ein Detail des Gesetzes gegen Ärztemangel Sorge, das das Kabinett am Mittwoch beschließen will. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe in zähem Ringen mit Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) durchgesetzt, dass der Steuerzuschuss für den Sozialausgleich gekürzt oder zumindest begrenzt werde, wenn das Förderprogramm für Ärzte teuerer werde als erwartet.

Wie die Kassen sei auch Schäuble skeptisch, dass Bahr die Folgekosten des Versorgungsgesetzes richtig einschätze.  Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums wies den Bericht zurück. In der Koalition gebe es keine Pläne, den Sozialausgleich zu kürzen. Der Anspruch auf den Ausgleich bleibe unberührt, er werde weiterhin aus Steuermitteln beglichen.

Die CSU forderte unterdessen, Ärzte in Gebieten mit zu vielen Praxen schlechter zu bezahlen, um den Ärztemangel andernorts zu bekämpfen. „Honorarabschläge für Ärzte in überversorgten Gebieten wären vernünftig“, sagte der Sozialexperte der CSU-Landesgruppe, Max Straubinger, der „Passauer Neuen Presse“. In Bayern gebe es im Landkreis Starnberg die meisten Hausärzte pro Einwohner. „Da fragt man sich schon, ob das mit medizinischen Notwendigkeiten zusammenhängt oder vielmehr mit der Attraktivität der Gegend und den hohen Durchschnittseinkommen der Patienten dort.“  

Das Bundeskabinett will das Versorgungsgesetz am Mittwoch beschließen. Es sieht finanzielle Anreize für Mediziner auf dem Land und attraktivere Studienbedingungen vor.

  • rtr
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11 Kommentare zu "Sozialausgleich: Krankenkassen drohen mit höheren Beiträgen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Unser Gesundheitswesen ist ein Fall von "Organisiertem Verbrechen".

  • Modell USA.

    Einschnitte im Sozialbereich.

  • Herr Rösler wa es doch, der den Krankenkassen einen Freifahrschein für Beitragserhöhungen ausgestellt hat, nun geht seine Saat so langsam auf.
    Wie hieß es doch auch in in seinem Eid: Das Wohl des Deutschen Volkes zu meheren usw., usw.

  • Wir danken der FDP, wir danken der guten Arbeit vom Herrn Rösler. Ich bin so froh, dass Herr Rösler jetzt Wirtschaftsminister ist und so mit seiner Kompetenz Deutschland weiter nach vorne bringt.

    Mit einer so niedrigen Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.712,50 kann das System nicht funktionieren.

    Der Vater und Alleinverdiener einer Familie von 2 Kindern mit einem Monatseinkommen von 6.000 EUR hat seine Frau und seine beiden Kinder über seine gesetzliche Krankenversicherung abgesichert. Er wird auch nicht in die Private wechseln, da er in dieser für Frau und Kinder extra zahlen muss. Mit der Lohnsteuerklasse III und den vollen Kinderfreibetrag von 2 zahlt er im Monat rund 305 EUR Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung für 4 versicherte Personen.
    Eine gleiche Familie in der der Mann weniger verdient und die Frau auch arbeiten muss, sagen wir 3.000 EUR für ihn und 1.500 EUR für sie, zahlen zusammen rund 370 EUR Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung.

  • Und für Raffelhüschen ist nicht der Rentner von heute das Problem sodern der von morgen! Also wenn sie sich das Problem ansehen wollen, dann gucken Sie in den Spiegel

  • Raffelhüschen ist nicht im Sachveständigenrat sondern war in der Rürup-Kommision.

  • Das kommt alles noch viel schlimmer. Denn am 16.03.2010 wurde der ehemalige Rektor der Universität Freiburg zum Präsidenten am Bundesverfassungsgericht ernannt. Vosskuhle war zudem Aufsichtsratsvorsitzender der Universitätsklinik. Und dort folgte in den vergangenen Jahren ein Skandal auf den nächsten, die Kranken werden dort quasi als rechtloses Humanmaterial betrachtet, vgl. die Bewertungen zum Bundesverfassungsgericht unter google (Betrag von palomino)

    http://maps.google.de/maps/place?hl=de&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&biw=1280&bih=628&wrapid=tlif131215242303810&um=1&ie=UTF-8&q=Karlsruhe+bundesverfassungsgericht&fb=1&gl=de&hq=bundesverfassungsgericht&hnear=0x47970648a2e07809:0xb6fc55734cb7ee7f,Karlsruhe&cid=9309415577241916639&ei=cNs1TsTmHIqN-wbxoMH9DA&sa=X&oi=local_result&ct=placepage-link&resnum=1&ved=0CCsQ4gkwAA

    und unter qype (Beitrag von Aleksande)

    http://www.qype.com/place/1093308-Bundesverfassungsgericht-Karlsruhe

    Zumindest kann die Regierung sicher sein, dass Vosskuhle den Sozialabbau mittragen wird. Bezeichnenderweise kommt auch der wegen seiner dubiosen Äusserungen verrufene "Wirtschaftsweise" Raffelhüschen von der Uni Freiburg, vgl.

    http://www.duckhome.de/tb/archives/9282-Mit-dem-Gedankengut-des-Herrn-Raffelhueschen.html

  • Ich finde schon dass da die Regierung in der Pflicht steht - und unter Brancheninsidern ist völlig klar dass es in D eine unfassbare Geldverschwendung durch die gesetzlichen Kassen gibt. Ich glaube es gibt zur Zeit noch über 200 gesetzliche Kassen in Deutschland, jede mit gutbezahltem Vorstand und eigener Verwaltung, Marketing ...
    Die sind so geschützt dass sie eigentlich nicht pleite gehen können, da ist wirklich die Regierung gefragt um das zu ändern.

    Und ich gebe margrit117888 recht, mir erscheinen die derzeitigen politisch Verantwortlichen auch inkompetent diesbezgl.

    Weniger Arztkosten (huensche) wäre natürlich schön, aber das ist absolut PEANUTS im Vergleich zum Krankenkassen-Wasserkopf den wir ärgerlicherweise alle mitfinanzieren müssen.

  • Diese Regierung ist nur noch kriminell
    Aber wo nur noch Nichtskönner am Wrke sind, kann ncihts Ordentliches gedeihen

  • Was die Gesundheitspolitik anbelangt zeigen die Machthaber in Berlin, dass sie es mit dem abgelegten Amtseid nicht ernst gemeint haben. Oder sollte es an der verdammt schlecht Qualität des Personal oder gar an beiden liegen?
    Was soll eigentlich dieser grobe Unfug mit der Beitragsbemessungsgrenze? Es gibt ja auch keine Diätenbemessungsgrenze für Politiker/innen.
    Wenn es denen in Berlin wirklich Ernst wäre ein vernünftiges und bezahlbares Gesundheitswesen auf die Beine zu stellen, dann würden die das machen was in der Schweiz, und die ist bestimmt ein kommunistisches oder sozialistisches Land, üblich ist, eine Bürgerversicherung für alle mit einer angemessenen Grundversorgung. Was spricht denn dagegen? Gut, der Einfluß der Versicherungswirtschaft, aber für die würde bestimmt noch genügend übrig bleiben, denn wer mehr will, kann sich ja dann noch zusätzlich privat versichern.
    Es würde bestimmt nicht nur mich interessieren wie dieser Herr Bahr von der FDP begründen will, eine Bürgerversicherung abzulehnen. Und es würde mich auch sehr interessieren, warum superteure Operationen in Deutschland durchgeführt werden müssen, wenn man die z.B. in Singapore für die Hälfte bekommt. Wohlgemerkt mindestens in gleicher Qualität.
    Und den Herrn Schäuble, den frage ich Mal, warum zu Stützung von Faulenzern wie Griechenland Milliarden locker gemacht werden können, aber eine Handvoll Million für Deutsche nicht da ist.

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