Sozialdebatte
Verdi will Unternehmen das Kündigen verbieten

In die Diskussion um höhere Löhne und Arbeitnehmerbeteiligungen hat die Gewerkschaft Verdi jetzt eine neue Forderung eingebracht. Ihre Idee: Für Unternehmen mit hohen Gewinnen soll ein Kündigungsverbot gelten.

HB BERLIN. Gemeint seien etwa die ertragsstarken Versicherungen und Banken, erklärte Verdi am Freitag. „Wenn es den Unternehmen gut geht, müssen sie den Beschäftigten Sicherheit bieten“, so Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong. Wenn diese Unternehmen einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen nicht verbindlich vereinbarten und weiterhin massenhaft Arbeitsplätze vernichteten, sei die Politik gefordert.

"Wir brauchen ein gesetzlich geregeltes Verbot betriebsbedingter Kündigungen für Unternehmen, die nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken.“ Personalabbau zur Renditesteigerung sei nicht mit den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft vereinbar. Insbesondere beim Versicherungskonzern Allianz, in dem gravierende Umstrukturierungen anstehen, sei ein mehrjähriger verbindlicher Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen unverzichtbar, sagte Foullong.

Bundespräsident Horst Köhler hatte zuvor die Debatte um eine neue Sozialpolitik in Gang gebracht. Er erhielt für seinen Vorschlag, Arbeitnehmer stärker am Kapital und am Gewinn ihrer Unternehmen zu beteiligen, breite Zustimmung. Positive Reaktionen gab es sowohl bei CDU/CSU, SPD und FDP als auch von Arbeitgebern und einem überwiegenden Teil der Gewerkschaften.

Gesamtmetallchef Martin Kannegiesser und der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt wollen die Anregung Köhlers in die Tarifverhandlunegn aufnehmen. Dies könne konkret so aussehen, dass es eine Grunderhöhung für alle geben müsse „und dann eine am Ertrag, an der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens orientierte Komponente“, sagte Kannegiesser. Letzteres sei aber eine Sache, die auf die betriebliche Ebene gehöre.

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