Soziale Netzwerke
Gabriel legt 60 Prozent zu

Der SPD-Parteichef hat das Twittern entdeckt. Mehr als 40 Tweets verschickte Sigmar Gabriel am Wahlabend - und erzielte eine große Resonanz. Twitter wird für Politiker wichtiger, wenn sie die Fallstricke meiden.
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Berlin SPD-Chef Sigmar Gabriel hat am Sonntag richtig zugelegt: Das Verfehlen der rot-grünen Mehrheit in Kiel hat ihn nicht in Krisenstimmung, sondern in Twitter-Laune versetzt. Rechtzeitig zur Wahl hat der Parteivorsitzende das Zwitschern im Internet für sich entdeckt und legt am Wahlnachmittag los: Während im Willy-Brandt-Haus die ersten vertraulichen Prognosen einlaufen, plaudert der Parteichef unter der Kennung @sigmargabriel munter mit der Twitter-Gemeinde. Am Abend hat sich das für ihn ausgezahlt.

Gabriels Anhängerschaft bei Twitter wuchs bis Mitternacht um 60 Prozent auf 3000 Follower, inzwischen sind es bereits mehr als 3150. Damit sticht er seine SPD in Schleswig-Holstein klar aus, die gerade mal um fünf Prozentpunkte zulegen konnte.

Soeben hat die Piratenpartei, die ihre Wurzeln in der Internet-Gemeinde hat, maßgeblich dazu beigetragen, dass aus der geplanten rot-grünen Machtdemonstration in Kiel nichts geworden ist. Nur mit Hilfe der Partei der dänischen Minderheit kann Rot-Grün auf die Regierungsbänke gelangen. Wer glaubt, der SPD-Chef würde nun ins Grübeln verfallen, wie seine Partei den Freibeutern Einhalt gebieten könnte, sieht sich getäuscht: "SPD & Grüne gewinnen - CDU & FDP verlieren! Das zeigt, wer im Norden regieren muss: Torsten Albig. Glückwunsch!", lässt der SPD-Chef kurz nach 18.00 Uhr am Sonntagabend wissen.

Währenddessen erfahren ARD-Zuschauer aus Nachbefragungen der Wähler, dass die SPD im Norden über 40.000 Wähler an die Nicht-Wähler verloren hat - viermal so viel wie an die Piraten. Das könne nur an der Enttäuschung über die SPD in Berlin liegen, sagt der Kommentator. Ein Gutteil der Befragten habe erklärt, sie wüssten nicht, wofür die Bundes-SPD stehe. Für den Parteichef ist das kein Thema. Er kommt derweil auf die Piraten zu sprechen, da ihm aus der Twitter-Gemeinde vorgeschlagen wird, "die Piraten mit in die Verantwortung zu nehmen, das wäre mal ein Grund, SPD zu wählen". Gabriel antwortet: "Wollen die Piraten doch nicht. Kann ich übrigens verstehen."

Zwischendurch hat der Parteichef anderes zu tun. Auf der Bühne im Willy-Brandt-Haus schreitet er zum Statement für die alten Medien und teilt der Fernsehnation mit, warum die SPD der Sieger sei. Keine Stunde später ist Gabriel bei Twitter wieder auf Sendung, sagt zur Aufforderung, ein "klares NEIN zur großen Koalition" abzugeben: "Hab ich eben im TV Statement gemacht!" Auf etwas über 40 Tweets - auf 140 Zeichen begrenzte Mitteilungen - kommt der Neu-Twitterer Gabriel zwischen 16.00 Uhr und 20.00 Uhr am Sonntag. Am Freitag hatte er per Facebook wissen lassen: "Ich bin seit heute auch bei Twitter. Wer will, kann mir dort unter sigmargabriel folgen." Er werde gelegentlich "wahrscheinlich auch einfach twittern, was mich gerade ärgert".

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"Lieber dick als doof."

Kommentare zu " Soziale Netzwerke: Gabriel legt 60 Prozent zu"

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  • Der Dampfplauderer? Von 120 Kilo auf 192 Kilo? Da hab ich einen Tipp: Weniger Twittern, mehr Rad fahren.

  • Freiheit
    Die Begrüßung "Freunschaft" erinnert mich so an meine Kindheit in der DDR.
    Da mußten wir nach dem Fahnenapell auf dem Schulhof, jeden Morgen vor Schulbeginn, auch immer mit "Freundschaft" grüßen
    Die Falken sind ja bekann, dass sie ganz stramm und radikal links sind.
    Na dann brauchen wir uns über das Grölen von Gabriel nicht wundern

  • Geht mir mit diesem aalglatt Gebürsteten genauso! Wer die Abwrackprämie als wirtschaftspolitische Großtat verkauft zeigt zur Genüge, wieviel Sachverstand da vorhanden ist...

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