Soziale Sicherungssysteme
Seehofer für radikalen Schritt beim Arbeitslosengeld

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat sich für eine Zahlung des Arbeitslosengeldes I erst nach mehr als zehn Versicherungsjahren ausgesprochen. Vorher solle es das niedrigere Arbeitslosengeld II geben, sagte Seehofer der "Welt".

HB BERLIN. Der frühere Bundesgesundheitsminister sagte, wer zehn Jahre Beiträge gezahlt habe und dann arbeitlos werde, sollte ein bis zwei Jahre Arbeitslosengeld I beziehen, Um für Ältere keinen Anreiz zur Frühverrentung zu geben, müssten die Rentenabschläge im Vorruhestand erhöht werden.

Zudem wandte sich Seehofer bei der Grundsicherung, dem Arbeitslosengeld II, gegen eine Anhebung des Osttarifs auf Westniveau. Dies würde einen Präzedenzfall mit Auswirkungen auf alle Sozialversicherungen schaffen, sagte er. "Dann aber drohen uns saftige Beitragserhöhungen."

Arbeitslosengeld erhält derzeit derjenige, der innerhalb der vergangenen zwei Jahre vor der Arbeitslosigkeit zwölf Monate Beiträge gezahlt hat. Das Arbeitslosengeld wird dann für höchstens zwölf Monate, bei Älteren für maximal 18 Monate ausgezahlt. Danach greift als Grundsicherung das Arbeitslosengeld II.

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